Noch lange nicht am Ziel!
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Welches Bundesland hat das beste Bildungssystem? Wer hat sich verbessert? Wo gibt es in Kindergarten, Schule, Lehre und Hochschule Änderungsbedarf? All das können Sie auf dieser und den nachfolgenden Seiten erfahren. Der Bildungsmonitors 2008 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft gibt darüber aktuelle Auskunft. In die seit 2004 jährlich erstellte Studie fließen über 100 Indikatoren ein. Das reicht von der Zahl der Schulabbrecher pro Bundesland bis zur Zahl der frisch gekürten Doktoren, die von einer Universität kommen.
Der Bildungsmonitor zeigt, ob das Bildungssystem eines Bundeslandes zum Wachstum der Wirtschaft beitragen kann. Die Zahlen kommen von verschiedenen statistischen Einrichtungen wie beispielsweise den Statistischen Landesämtern und werden in Punkte umgerechnet. Die Daten stammen zumeist aus dem Jahr 2006, die eingehenden PISA-Ergebnisse aus dem Jahr 2003. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen noch keine aktuelleren Ergebnisse vor.
Alle Bundesländer haben sich gegenüber den Ergebnissen im ersten Bildungsmonitor 2004 deutlich verbessert. Das lässt sich am besten an Nordrhein-Westfalen ablesen. Das Bundesland kommt in der aktuellen Studie auf den 15. Platz. Würde man die Punktzahl von 56,57 Punkten allerdings mit 2004 vergleichen, käme NRW nahezu auf das Bayern-Ergebnis. Und Bayern war 2004 der Sieger! Die Punktunterschiede zwischen den Bundesländern sind teilweise minimal. Die Forscher sprechen daher von drei Platzierungsgruppen: Dem Führungsquartett von Sachsen bis Bayern. Dann folgt eine breite Mittelgruppe über elf Bundesländer, von Niedersachsen bis NRW. Die "Schlussgruppe" bildet Mecklenburg-Vorpommern allein. Allerdings hat sich auch dieses Land seit 2004 verbessert.
Interessant ist das Zeugnis, das die Initiative den einzelnen Ländern in der Bildungspolitik ausstellt. Hier werden die Reformanstrengungen bewertet und kein Land schneidet in dieser als Landkarte dargestellten Graphik schlechter als „befriedigend“ ab. Wenn man allerdings genauer hinter die Kulissen schaut – auch das ist beim Bildungsmonitor möglich – sieht man, dass der neuralgische Bereich der Schulabbrecher auch in Bundesländern mit einem „Gut“ noch sehr im Argen liegt, denn die Quote der Schulabbrecher hat sich hier (Meckpom, NRW und Brandenburg) seit der letzten Erhebung noch erhöht. Das Handlungsfeld Integration gibt Auskunft darüber, ob sich der Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Hintergrund der Schüler und den erreichten Kompetenzen und Abschlüssen zwischen dem Bildungsmonitor 2004 und dem Bildungsmonitor 2007 verändert hat: In acht Bundesländern hat sich der Zusammenhang sogar noch verstärkt.
Es gibt also keinen Grund in Jubel auszubrechen und sich auf die Schulter zu klopfen, denn trotz vieler Verbesserungen scheint das Ziel noch nicht erreicht.
Schreiben Sie mir an lehrerforum@vnr.de!
Ich würde mich freuen.
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
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