Private Konkurrenz aufgrund staatlicher Unzulänglichkeit?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die aktuelle Pressemitteilung des Verbandes der Privatschulen beginnt wie folgt: Nach den Halbjahreszeugnissen beginnt bei vielen Schülern und Eltern die Suche nach einer weiterführenden Schule für das kommende Schuljahr. Dabei legen Eltern zunehmend mehr Wert auf eine individuelle Förderung ihrer Kinder und ein breites Lernangebot der Schulen. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) unterstützt mit seiner Schulsuchfunktion im Internet alle Suchenden und gibt Orientierung im allgemein- und berufsbildenden Bereich.

Als Kriterien nennt der Verband

  • das pädagogische Profil einer Schule,
  • das Betreuungsverhältnis,
  • die begleitenden Angebote der Schule und
  • die zusätzlichen Hilfen zur Bewältigung von Defiziten wie Lese/Rechtschreib-Schwächen.

Die aktuelle Statistik zur Privatschullandschaft, die der Verband nennt, möge/kann/sollte alarmieren:

Im letzten Schuljahr besuchten über 690.757 Schüler eine von über 3.057 allgemeinbildende Schulen in freier Trägerschaft. Das ist im Vergleich zum Schuljahr 2007/2008 ein Zuwachs von mehr als 15.865 Schülern. Mittlerweile besucht jeder 13. Schüler in Deutschland eine freie Bildungseinrichtung. Auch im berufsbildenden Bereich befindet sich eine Vielzahl von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft. Im Schuljahr 2008/2009 betrug ihr Anteil an der Gesamtzahl der berufsbildenden Schulen über 21,8 Prozent.

Solche Zahlen werden sicher unterschiedlich bewertet werden. Die Einen werden sagen, dass die übergroße Mehrheit der Kinder nach wie vor staatliche Schulen besucht, die Anderen, dass die Konkurrenz immer mehr zunimmt. Problematisch dürfte eher sein, dass der zunehmende Zuspruch mutmaßlich im Bereich derjenigen zu finden sein dürfte, die nicht per se zu den Bildungsverlierern gehören. Das, was die OECD seit Jahren anmahnt, nämlich die soziale Auslese im Bildungssystem, wird dadurch noch verschärft. Es gibt auf jeden Fall aber im ganzen Land auch staatliche Schulen, die höchsten Ansprüchen gerecht werden. Allerdings droht angesichts sich leerender öffentlicher Kassen ein Einbruch in der Bildungsfinanzierung. Darauf weist zu Recht Jürgen Spaniol von TeacherNews hin, indem mit einem Clip der Bertelsmann – Stiftung ein mahnendes Zeichen setzt. Diesen – sicher etwas schwarz-weiß gemalten Clip – sollten Sie sich einmal unter www.youtube.com/watch?v=SmesnZxAM3Q anschauen!

Ihr

Gernot Herz

Kommentieren Sie jetzt diesen Artikel

* Pflichtfeld

*

*
*