Problem Mathematikkenntnisse: Was können Schulabsolventen noch?
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Thomas Sonar, Professor für Technomathematik an der TU Braunschweig, verweist in einem Artikel von Welt - Online auf niederschmetternde Ergebnisse mathematischer Eignungstests hin: Von 1120 Testteilnehmern des Wintersemesters 2008/09 erreichten über 900 Teilnehmer nur null bis fünf von insgesamt 19 Punkten. 50 Prozent können keine quadratischen Gleichungen lösen, 70 Prozent kennen keinen Logarithmus, und 40 Prozent können einfache geometrische Zusammenhänge nicht erkennen. Auch die Kenntnisse in Bruchrechnen sind katastrophal.
Aufgrund dieses Ergebnisses fordern verschiedene Personen folgende Konsequenzen:
- Der Mathematikunterricht muss schon ab der siebten Klasse differenziert werden, damit entsprechend begabte Schüler genügend Rüstzeug erhalten. (Christa Polaczek, Mathematikprofessorin an der FH Aachen)
- Mathematik muss gebimst werden, so wie man Gedichte auswendig lernen muss, bis das Wissen sitzt. (Sonar)
- Im Lehrplan muss Zeit zum Üben und Verfestigen der Inhalte verankert werden. (Ulrich Kühnast, langjähriger Leiter einer Berufsschule in Salzgitter, und Gernot Tasch, pensionierter Oberstudiendirektor)
Diese Bestandsaufnahme ist nicht zuletzt das Resultat der bildungspolitischen Zickzack - Linien, die in den Bundesländern seit Jahren gefahren werden. Nicht ohne Grund zitiert Welt - Online hier Frau Polaczek, wonach nur Absolventen aus Bayern bislang eine positive Ausnahme gebildet hätten. Da dort aber jetzt auch neue Didaktiken umgesetzt und Lehrpläne massiv gekürzt würden, sei zu befürchten, dass Bayern seine Leuchtturmposition verliere.
Ob eine stärkere Integration der Schulformen und eine reduzierte äußere Differenzierung dann tatsächlich die nicht zu bestreitenden Probleme beheben kann, muss an dieser Stelle sicher in Frage gestellt werden.
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
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