Problemsituation "Schule" - auch bei unseren Nachbarn
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wenn man liest, welche Probleme in Österreich die Kolleginnen und Kollegen mit der Schülerschaft haben, stellt man fest, dass es die gleichen sind wie bei uns im Land. Die Lehrergewerkschaft hatte unter der Feststellung, Wer seine Bediensteten schlechter als Hühner hält, hat seinen Kampf um die Besten der Besten fast schon verloren, eingeladen, um die Probleme, die vor allem durch Respektlosigkeit und Gewalt an österreichischen Schulen gekennzeichnet sind, beim Namen zu nennen und Verbesserungen zu fordern.
Als Maßnahme gegen Kinder, die Lehrer und andere Mitschüler bedrohen, forderten die Pädagogen wieder die Einführung von Strafen."Wir haben ein Recht auf Respekt und pädagogische Interventionsmaßnahmen", betonte der Vorsitzende der Lehrerpersonalvertretung für Pflichtschulen in Oberösterreich, Walter Wernhart. Und auch die Christgewerkschafter (FCG) an den Pflichtschulen wollen "klare gesetzliche Regelungen für sofortige Konsequenzen bzw. Sanktionen", wenn Schüler Grenzen überschreiten. Sowohl Lehrer als auch Schüler würden immer wieder Opfer von Aggressionen und verbalen Angriffen, so Wernhart: "Das Götzzitat ist nur eine Kleinigkeit davon." Dabei gehe es um keine große Menge der Schüler, allerdings reiche das aus, um den Unterrichtsertrag wesentlich zu verringern. Derzeit hätten die Lehrer aber praktisch keine Handhabe dagegen. Das sei ungefähr so, wie wenn er mit Tempo 80 durch ein Ortsgebiet fahre, und alles, was ein Polizist dagegen tun könne, sei zu sagen: "Herr Wernhart, woll' ma darüber reden?"
Unter anderem sollen Schüler zu Sozialdiensten sowie dazu verpflichtet werden können, angerichteten Schaden in der Freizeit bzw. finanziell wiedergutzumachen. Außerdem sollen Schüler von gemeinsamen Aktivitäten ausgeschlossen (bei Ersatzunterricht in anderen Klassen) und zum Nachholen nicht erbrachter Unterrichtsleistungen in der Freizeit bzw. zu Hause verpflichtet werden können. Ausbauen wollen die Christgewerkschafter die "Time-out-Klassen", in denen vor allem verhaltensauffällige Schüler statt des Unterrichts lernen sollen, mit Konflikten umzugehen. Weitere Forderungen: Verhaltensnoten in den Abschlussklassen und Konsequenzen für Eltern bei fehlender Kooperation.
Außerdem verlangen die Gewerkschafter wieder mehr Zeit für das Wesentliche. Der Trend, die Erziehung in die Schule auszulagern, mache den Lehrer zum "multifunktionalen Individuum, sein Aufgabenbereich ist unendlich", kritisierte die Obfrau des Lehrerbundes Kärnten, Claudia Schöffmann. Die Lehrer hätten "immer weniger Zeit, sich um ihre Kernaufgabe zu kümmern und - salopp gesagt - Lesen, Schreiben und Rechnen zu vermitteln".
Das kommt wohl auch den deutschen Kolleginnen und Kollegen bekannt vor! Vielleicht wäre es einmal an der Zeit, dass sich die deutsche Lehrerschaft über die Grenzen ihrer vielfältigen Interessenvertretungen hinweg, das heißt dann auch länderübergreifend, an die Kultusministerkonferenz direkt wendet, um auch in Deutschland mit der gebündelten Forderung nach einer nachhaltigen Verbesserung der Unterrichtsbedingungen nichts unversucht zu lassen.
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
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