Ran an die Arbeit!
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sicher kennen Sie auch verschiedene Schulen in verschiedenen Städten und Gemeinden und haben einen Eindruck bekommen, in welch unterschiedlichem Zustand dort die Gebäude bzw. die Klassenräume sind.
Es gibt Schulen, die durch freundlich und hell gestaltete Gänge und Klassenzimmer überzeugen und gespickt sind mit Ergebnissen projektorientierten Arbeitens. Andere wiederum sind schmucklos und offenbar seit Jahren nicht mehr gestrichen worden und versprühen dadurch den Charme der 70er Jahre. Woran das liegt, lässt sich mutmaßen und das ist nicht immer weit hergeholt: In erster Linie sind es wahrscheinlich Schulgebäude in größeren Städten, in denen der Schulträger gleich mehrere Schulen finanziell stemmen muss. Andererseits liegt es sicher auch an der Schulleitung bzw. der Eltern- und Schülervertretung, die mehr Wert auf andere Dinge legen, als auf eine freundliche Lernumgebung. Naturgemäß treten die Grundschulen positiv hervor, denn hier ist meist nur eine Kollegin oder ein Kollege für die Gestaltung zuständig, die Kollegien sind insgesamt nicht so groß, so dass Absprachen und deren Umsetzung nicht unter einer hemmenden Vielstimmigkeit leiden und die Kommunikation insgesamt sicher effektiver ist.
Ich wage auch zu behaupten, je höher die Schulform, desto schmuckloser die Gebäude. Haupt- und Realschulen legen mehr Wert auf solche Dinge als die „vergeistlichen“ Gymnasien. Um eine schöne Lernumgebung zu schaffen, darf man nicht grundsätzlich auf die Initiative des Schulträgers hoffen, der seinerseits wahrscheinlich auf die Initiative des Kollegiums, der Schüler- und Elternschaft baut. Was spricht denn eigentlich dagegen, dass im Rahmen einer Projektwoche unter dem Motto „Unsere Schule soll schöner werden“ alle an der Schule Beteiligten mit Unterstützung der örtlichen Handwerksbetriebe eine Gestaltung und Aufwertung des Gebäudes angehen. Was spricht denn dagegen, dass eine Klassenlehrerin oder ein Klassenlehrer gemeinsam mit Schülern und Eltern an einem Nachmittag die Pinsel schwingt und mit Hilfe von an die Wand projizierten Ausmalvorlagen das Wohlfühlen im Klassenraum erhöht oder gar erst ermöglicht. Eine Regalspende, eine Sitzgruppen- oder Sofaspende, vielleicht hat sogar jemand noch einen alten, aber funktionsfähigen Fernseher bzw. Videorekorder zu Hause; die Lernumgebung wäre eine ganz andere und würde mit Sicherheit dank der Vorbildfunktion einen hohen Aufforderungscharakter in Richtung anderer Klassen und sogar Schulen haben. Selbst ist die Frau/der Mann!
Schreiben Sie mir an lehrerforum@vnr.de!
Ich würde mich freuen.
Ihr
Gernot Herz
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