Reduzierung der Privatschulfinanzierung kommt

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in einer Pressemitteilung Ende August erschienen Pressemitteilung kritisiert der Verband der Privatschulen die geplanten Kürzungen bei der Finanzierung der Privatschulen: Die Nachfrage nach Plätzen an Schulen in freier Trägerschaft ist ungebrochen. Auch im neuen Schuljahr 2010/2011 übersteigt die Zahl der Schüler, die an einer freien Schule unterrichtet werden wollen, vielerorts die Anzahl zur Verfügung stehender Plätze. Vor diesem Hintergrund fordert der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) die Politik auf, den Schüler- und Elternwillen anzuerkennen und die Rahmenbedingungen für freie Schulen zu verbessern...

Im Durchschnitt erhalten Schulen in freier Trägerschaft, die Teil des öffentlichen Schulwesens sind, nur 55 bis 75 Prozent ihrer realen Kosten durch die staatliche Finanzhilfe erstattet... Aber nicht nur die finanziellen Rahmenbedingungen werden sich wohl in einigen Bundesländern verschlechtern. Auch über gesetzliche Vorgaben zur Gründung einer freien Schule wird diskutiert. So plant Sachsen, die sogenannte Wartefrist, also die Zeit, bis eine neu gegründete Schule staatlichen Finanzzuschuss erhält, von derzeit drei auf vier Jahre zu verlängern.
Derzeit besuchen in Deutschland mehr als 690.757 Schüler eine von über 3.000 allgemeinbildenden Schulen in freier Trägerschaft. Das ist ein Anteil von rund 8,8 an der Gesamtschülerzahl.

 

Die Frage sei erlaubt, warum der Staat die Privatschulen überhaupt unterstützt. Sind das nicht am Ende Subventionen, deren Abschaffung vielerorts zur Entlastung der Kassen gefordert wird? Dass es Privatschulen gibt, ist in Ordnung, aber dann müssen sie sich auch weitgehend selbst finanzieren, wovon bei einer Übernahme von 55 bis 75 Prozent ihrer realen Kosten durch den Staat nicht die Rede sein kann. Der Sanierungs-, Personal- und Infrastrukturbedarf an den staatlichen Schulen ist schon hoch genug, weshalb klar sein sollte, wohin die Gelder fließen müssen.

Ihr

Gernot Herz

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Peter, 03.09.2010 08:14:
Ein netter Beitrag, leider etwas einseitig. Wenn die staatlichen Schulen das leisten würden, was die privaten Schulen leisten, wäre dort der Andrang bestimmt nicht so groß. Aber ganz ehrlich: Sie glauben auch nicht, dass sich die Situation bei den staatlichen Schulen durch den Zufluss der Gelder aus den Mitfinanzierungen der Privaten wesentlich verbessern wird? Die 55% bis 75% Kostenübernahme decken übrigens nur einen Teil der Aufwendungen ab. Bei der Definition was nun Kosten sind und was nicht, kürzt der Staat auch schon seit Jahren.
Amanda, 03.09.2010 08:40:
Die Gründe, warum der Staat die finanziellen Mittel für Privatschulen kürt liegt ja wohl klar auf der Hand: Minderung der Konkurrenz zu staatl. Schulen. Meist liefen private Schulen bessere Unterrictsqualität. Nicht nur, weil die Klassen kleiner sind, sondern weil die Schulleitung bessere Möglichkeiten bei der Personalauswahl hat, da unfähige Lehrer nicht dauerhaft bleiben müssen, so wie in jedem Unternehmen in der freien Wirtschaft auch. Einsparungen könnten sinnvoller geacht werden, wenn man das Beamtentum der Lehrer abschafft und den staatl. Schulen mehr Freiraum bei der Lehrereinstellung gewähren würde, so wie das in der Schweiz z.B. sehr gut funktioniert. Und wenn endlich mal die Kundenorientierung (Schüler als Kunde ansehen statt als Störfaktor) an staatlichen Schulen eingeführt werden würde, und die Lehrer an ihrer Unterrichtsgestaltung und Vermittlungsfähigkeit genau so an sich arbeiten würden, wie sie von ihren Schülern verlangen, dass diese mehr selbständig lernen, bräuchte die private Konkurrenz nicht durch staatl. Druck ausgeschaltet werden. Konkurrenz belebt den Markt. Das wissen wir doch in allen Bereichen zu schätzen. Warum nicht auch im Bildungsbereich? Außerdem ist die Argumention mit der Einsparung von Kosten nicht ganz angebracht. Volkswirtschaftlich gesehen wäre auf Dauer eine weitere Unterstützung der privaten Schulen sinnvoll. Da dort nur 55 - 75 Prozent der Kosten vom Staat übernommen werden, die Eltern ihre Kinder freiwillig dort hinschicken und einen Großteil der Kosten übernehmen, könnte von staatlicher Seite langfristig, auch im Hinblick auf die bald kommenden geburtenschwachen Jahrgänge, bei den öffentlichen Schulen Einsparungen vornehmen. Denn dort müssen immerhin 100% der Kosten vom Staat getragen werden. Vielleicht sollten wir Lehrer bevor wir uns beschweren uns erst mal einen Rat zu Herzen nehmen, den wir immer gern unseren Scülern geben: Erst denken, dann den Mund aufmachen... Amanda Green
Walter, 03.09.2010 08:43:
Das ist ein mehr als einseitiger Beitrag. Angesichts der "Leistungen" der staatlichen Schulen, wäre es m. E. ernsthaft zu prüfen, ob eine grundsätzliche Privatisierung der Schulen nach dem aktuellen Finanzierungsschlüssel für die Gesellschaft nicht ein Geschäft wäre.
Kerstin, 03.09.2010 10:52:
Vielleicht vergisst Herr Herz ein wenig, dass die SchülerInnen der Privatschulen hier ihre Schulpflicht erfüllen. Müsste man das Angebot dieser Schulen mit einem Staatliochen angebot ersetzen, wäre es unterm Strcih ja neoch teurer. Die Qualität lasse ich mal bei der Betrachtung aussen vor.
Miriam, 03.09.2010 11:43:
Sehr geehrter Herr Herz Sehr einseitig und schlecht überlegt muss ich da schon sagen. Ich bin ein Gründungsmitglied des www.privaten-gymnasium.de Eine Schule für Kinder mit ADHS. Jahrelang haben wir für diese Schule gekämpft, da sie für viele Kinder die einzige Chance einer professionelle Beschulung war. Unsere Schüler sind hier angekommen und werden angenommen so wie sie sind. Aus anderen Schulen wurden sie rausgeschmissen, gemobbt oder verkannt. Glauben Sie mir, bei einem Elternbeitrag von bis zu 935 Euro im Monat wären wir alle froh, wenn unsere Kinder an den Regelschulen auch menschlich behandelt worden wären, aber da hatte niemand für sie Zeit, niemand ging auf sie ein...wie auch???? Unser Schulsystem ist so marode...es ist einfach nur traurg. Kinder bekommen noch Grundschulempfehlungen und werden trotz Hochbegabung auf die Hauptschule verwiesen....gibt es nicht?? Oh doch, mein Sohn ist das beste Beispiel dafür. Der Staat zahlt 55-75 Prozent? Gratuliere,da hat er ja 45-25 Prozent gespaart. Würden Sie an einer privaten Schule arbeiten hätten Sie das schöne Erlebnis, wie Schüler und Eltern für IHRE Arbeit dankbar sind und wie sich jeder für SEINE Schule verantwortlich fühlt.Und Sie als Lehrer hätten einen ganz anderen Zugang zu ihren Schülern und würden ein großes soziales Interesse zeigen,an allem was sich an IHRER Schule so tut... Gibt es nicht? Oh doch, Privatschulen machen das Unmögliche möglich: Menschlichkeit!