Rollende Gefahren: Schulbustest des ADAC

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

im April 2008 stellte die Polizei in Nordrhein-Westfalen einen Schulbus sicher, der beim Abbiegen seinen rechten Vorderreifen verloren hatte. Er war mit zwölf Jugendlichen auf dem Weg zur Schule. Ihnen ist glücklicherweise nichts passiert. Im September 2007 zog die Polizei in Bayern einen Schulbusfahrer aus dem Verkehr, der mit 97 Stundenkilometern unterwegs war - mit 65 teilweise stehenden Kindern an Bord. Mit stehenden Fahrgästen aber darf der Busfahrer nur 60 Stundenkilometer fahren statt der 80, die erlaubt sind, wenn die Passagiere im Bus ausschließlich sitzen.

Ein 15 Jahre alter Bus in Bad Neuenahr-Ahrweiler/ Rheinland-Pfalz war schon rein optisch eine Krücke, was sich dann auch in technischer Hinsicht bestätigte - für den Transport von Schülern zu gefährlich. Die Lenkschubstangen waren erheblich ausgeschlagen, der Rost nagte überall, die Gepäckablage war nicht durch Klappen oder Netze gesichert und zu allem Überfluss führte der Fahrer auch keine Papiere mit sich.

Solche Fälle sind laut ADAC nicht unüblich im Zusammenhang mit deutschen Schulbussen. Gefahren lauen für Schülerinnen und Schüler, aber auch für andere Verkehrsteilnehmer schon morgens auf dem Weg zur Schule. Angesichts der Geschehnisse von Winnenden sollte die Untersuchung des ADAC sicher ebenso für einen Aufschrei sorgen. Unfälle mit dem Schulbus gehören zur Regel und angesichts der Ergebnisse der aktuellen Untersuchungen scheinen weitere Unfälle durchaus denkbar bzw. kann man von Glück reden, dass es bisher so glimpflich verlief. Hier ist jedenfalls die Gefahr sehr reell. Untersucht hat der ADAC 12 Bundesländer mit je drei Linien und kommt lediglich einmal zu dem Ergebnis „sehr gut“. Zehn getestete Linien erhielten die Noten „mangelhaft/sehr mangelhaft“. Ob die 13 mit „ausreichend“ bewerteten Linien wirklich so ausreichend sicher sind, sei einmal dahingestellt. Fakt ist, dass weniger als die Hälfte das Prädikat guter bzw. sehr guter Sicherheit erhielten.

Vielleicht wäre hier auch ein neues Feld entstanden, wo die Milliarden des Konjunkturpakets ebenso sinnvoll investiert werden: in die Prävention von Unfällen auf dem Schulweg.

Ihr

Gernot Herz

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Heidi, 27.03.2009 12:11:
Das Thema Schulbus ist immer für eine Diskussion gut... Bei uns in Sachsen Anhalt gilt die Regelung, dass in einem Schulbus ausschließlich Sitzplätze vorhanden sein dürfen.Das ist natürlich eine aufwendige Art der Beförderung. Kurzerhand wandelte man dann irgendwann alle Busse in Linienbusse um - Geld gespart auf Kosten einer Klientel, die sich oft nicht wehrt. Gibt es eigentlich irgendwo irgendwelche Erhebungen die zeigen, dass die vielen "Schul"busse wirklich billiger sind als das Vorhalten einer Schule in einem ländlichen Gebiet???
Elke, 27.03.2009 21:08:
Die Frage ist, ob nagelneue Busse besser sind, wenn der Fahrer unter dem Einfluss von Opiaten fährt. Natürlich ist das wieder ein anderes Thema, aber wird bei den jährlichen bzw. zweijährigen Eignungstest für Berufskraftfahrer auch ein Drogentest gemacht? Das wäre mal interessant zu wissen.