Schafft auch die Schule den Schritt vom Web 1.0 zum Web 2.0?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das neue Jahr steht vor der Tür und es wird im Hinblick auf die Nutzung neuer Medien im Unterricht weitere Schritte bringen. Ob diese aber Fortschritte sind, muss man kritisch sehen.

Am 4. 10.08 fand in Vaduz (Liechtenstein) ein Kongress mit 25 internetinteressierten Pädagogen zum Thema „Neues Lernen mit Medien" statt. Lisa Rosa, die einen sehr interessanten Blog betreibt, hielt dort einen Vortrag, in dem sie sich sehr aufschlussreich mit den erforderlichen Veränderungen des Unterrichts durch das Web 2.0 auseinandersetzt. Viele von uns werden merken, dass sie sich quasi „noch“ auf der Ebene des Web 1.0 befinden, wenn sie den nun folgenden Auszug aus dem Vortrag lesen:

War das Web 1.0 also „nur“ ein unbegrenzter Speicher von Informationen, die per Hypertext miteinander zu Wissen verknüpft und von den Benutzern von überallher erreichbar sind, so ist das Web 2.0 darüberhinaus ein Wissensgenerator, ein Produktions"raum", in dem jeder Benutzer als Produzent von Wissen auftreten kann. In Wikis und Webloggemeinschaften kann in Netzteams Spezialwissen erzeugt, gesammelt und verbreitet und gemeinsam an neuen Problemlösungen gearbeitet werden.

Ich sehe vor allem drei zentrale Elemente der "Botschaft" Web 2.0, die dieses Medium von jedem anderen früheren unterscheiden:

  1. Das Netzprinzip: überall kann jederzeit jeder mit jedem verknüpft werden: Austausch mit potentiell Allen. Dadurch wird sowohl Austausch von Verschiedenem zum Prinzip, als auch die Möglichkeit, sich mit Gleichinteressierten auszutauschen. Bildung von Netzwerken und Praxisgemeinschaften.
  2. Das Prinzip der Selbststeuerung (User generated content; Produser/Prosument;): Die Vernetzung provoziert die Selbststeuerung und setzt sie zugleich voraus.
  3. Das Prinzip des persönlichen Sinns: Das Subjekt und seine individuelle Perspektive auf die Welt erhält ausschlaggebende Bedeutung; persönliche Sinnbildung wird durch Vernetzung und Selbststeuerung sowohl vorausgesetzt als auch gefördert.

Diese drei Prinzipien erfordern und ermöglichen nicht nur ein völlig neues Lernen von Individuum und Gesellschaft, sondern zugleich auch die Entwicklung eines bedeutenden Merkmals demokratischer Gesellschaft, der Partizipation: Sie verweisen auf die Kompetenzen, die nötig sind, um in der "Lernkultur" partizipieren zu können:

  • die Fähigkeit zur eigenen Sinnbildung;
  • die Fähigkeit zur Kommunikation in heterogenen Gruppen;
  • die Fähigkeit, selbständig Probleme zu identifizieren und zu lösen;
  • die Fähigkeit, selbstbestimmt zu handeln.

Ein kreatives neues Jahr wünscht

Ihr

 

Gernot Herz

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Ralf, 30.12.2008 11:42:
Ich kann es nicht mehr hören - cui bono? - diese Frage scheint sich im Zusammenhang Web_2_0 überhaupt keiner zu stellen - "Wissensgenerator" das ist kein Wissen, sondern bestenfalls persönliche Meinung, oft nur Schrott!!!