Sie müssen heute in die Klasse 9b, weil die Kollegin krank ist!
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Mehrarbeit in den Schulen ist seit jeher ein problematisches Feld. Das hängt damit zusammen, dass jede zusätzliche Stunde viel Nerven kostet und wenig einbringt. Andererseits kann man auch nicht darauf verzichten, weil immer irgendwelche Lehrer krank oder verhindert sind, während die Kinder, die morgens trotzdem erschienen sind, unterrichtet werden müssen.
Die zahlreichen kurzfristig Beschäftigten, die mit Sonderprogrammen als „Billiglehrer" eingestellt wurden und als Ersatz gedacht sind, können den Bedarf bei weitem nicht decken. So ist in vielen Schulen die Arbeitsbelastung durch regelmäßige Mehrarbeit deutlich angestiegen.
In Rheinland - Pfalz ist geregelt, dass Lehrkräfte nicht mehr als drei Stunden im Monat Mehrarbeit leisten dürfen, ansonsten muss ein Ausgleich erfolgen. Sicher fallen auch immer wieder Stunden aus, wodurch unproblematisch ausgeglichen werden kann.
Schwierig ist eine Vertretungsstunde immer dann, wenn sie unvorhergesehen kommt, die Lehrkraft die Klasse nicht kennt und/oder der zu vertretende Lehrer kein Material bereit gestellt hat. Dann heißt es aus der „Hüfte zu schießen“. Die Schülerinnen und Schüler wissen auch, dass eine Vertretungsstunde vergleichsweise „lockerer“ verläuft als die reguläre und legen dann schnell auch die entsprechende Grundeinstellung an den Tag. Hilfreich können dann sogenannte „Vertretungsordner“ sein, in denen Materialien wie Kopiervorlagen für alle Fächer vorhanden sind und so anstelle einer „Schwellenpädagogik“ eine eher planvolle „Copy - Didaktik“ zum Tragen kommt.
Ihr
Gernot Herz
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