Stichwörter: Lesermail, Kollegenmeinung.

So haben Sie es gesehen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der heutige Newsletter ist wieder einmal Ihren Rückmeldungen zu den vergangenen Themen gewidmet. Auch an dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich für Ihre Beiträge bedanken, die die Diskussion um die angeschnittenen Themen bereichert haben. Besonders umfangreich waren die Rückmeldungen zu den folgenden Themen:

Newsletter vom 14.3.08 - Verkehrte Welt?

Anlass war eine Studie zur  Gleichberechtigung von Mann und Frau der Europäischen Union, wonach Männer in der Bundesrepublik im Jahr 2004 rund 23 Prozent mehr als Frauen verdienten. Fünf Jahre zuvor hatte der Abstand noch bei unter 20 Prozent gelegen. Dazu schreibt ein Leser: „Es ist kein Wunder, dass Frauen, wenn sie sich durch Männer so benachteiligt fühlen auch keine Lust haben Kinder zu bekommen und da durch der bestehenden Männer - Vorherrschaft etwas Lebensnotwendiges für ihre Rente geben: den fehlenden Nachwuchs. Durch unsere „Kultur" hat sich solch ein Missverhältnis entwickelt. Und einmal „eingefahrene Pfade" lassen sich nur mit sehr viel Geduld, Überzeugungskraft und dauerndes Wiederholen aus der Welt schaffen! Meiner Ansicht wird umgedreht ein Schuh draus: Frauen müssten für gleiche Arbeit 20% mehr bekommen! . . . (das reicht sowieso nicht, wäre aber einmal ein Anfang für die bestehende Ungerechtigkeit) als Männer; denn in den meisten Familien haben berufstätige Frauen mehr für die Familie zu tun als Männer. Wenn dies nicht so ist, müssten von der Wirtschaft Vorkehrungen getroffen werden, um die berufstätige Frau so zu beschäftigen, dass sie ihre Kinder mitbringen kann.“

Eine fundierte und provokativ vorgetragene Meinung, die sicher nicht nur Zustimmung ernten wird.

Kritik an meiner Polemik, Frauen flüchteten in den Bildungsbereich, kommt von einer Leserin, die meinte: „Was Frauen über Frauen und Männer über Frauen im Kopf denken, trägt auch zu ihrer Benachteiligung bei. Wir sollten endlich aufhören Weibliches   negativ  zu sehen. Frauen „flüchten"  nicht in den Bildungsbereich. Sie haben dort die gleiche Bezahlung, was  nicht „Flucht" ist sondern eine Berufsentscheidung zugunsten eines qualifizierten Berufes ist.  Eine in Teilen erkämpfte Gleichberechtigung ist keine „Flucht".  Nimmt ein Mann einen Job in einer „Männerwelt" an, wird man ihm kaum eine Flucht unterstellen!
Negative Bildungsergebnisse für Jungs werden in Bildungsbereichen „produziert", in denen es mehr Männer im Lehrkörper als auch in der Führungsetage gibt als in der Grundschule. Auch da gibt es bereits Frauen, die die „Schuld" daran bei sich suchen.“

Kurz und knapp bemerkt eine Rückmeldung eines Mannes, „dass mit mehr Frauen in Führungspositionen vorhandene Missstände nicht dadurch verbessert werden, dass nun eine Frau den „Mist" macht. Das musste ich an unserer Schule leider des Öfteren feststellen.“

Ebenso knapp, aber in eine andere Richtung weisend kommentiert eine Leserin: „Was wir brauchen ist eine leistungsgerechte Bezahlung, die nicht abhängig vom Geschlecht ist.“ Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen.

Newsletter vom 11.4.08 – Papierkram ade!“

Schön wäre es, wenn Kolleginnen und Kollegen sich nur noch auf unterrichtliche und erzieherische Belange konzentrieren könnten und von der Macht des Papiers unbehelligt blieben, habe ich geträumt, woraufhin mir ein pensionierter Schulleiter aus der Schweiz – auch da kennt man anscheinend das Problem – schrieb: „Im Laufe der Jahre habe ich festgestellt, dass in der Bildungsverwaltung immer mehr Leute ihr Unwesen treiben, die an irgendwelchen Projekten werkeln und ihre Existenzberechtigung dadurch unter Beweis stellten, dass sie bei Dienststellen äusserst dringliche Stellungnahmen einforderten, die dann, wie sich hinterher meist herausstellte, in der Verwaltungsmaschinerie untergingen.

Leider habe ich das Gefühl, dass es immer mehr denn weniger Papierkram gibt!

In eine ähnliche Richtung argumentiert eine Kollegin, wenn sie schreibt, dass überlegt werden sollte,  „ob wirklich so viel Papierkram nötig ist: diese zu umfassenden Schülerbeobachtungen sind wichtig, aber irgendwie noch zu umständlich und nicht nützlich. Oft hat man nicht die Zeit wirklich alle Schüler zu beobachten und das noch nach didaktischen Orten oder anders aufzuschlüsseln, ich finde, die Lehrer sollten die Schülerbeobachtungen so führen dürfen, wie sie damit zurecht kommen.“

Die Hoffnung stirbt zwar angeblich zuletzt, aber ich glaube, sie ist schon verschieden, denn eine Untersuchung zum Papierverbrauch hat ergeben, dass seit der flächendeckenden Einführung von Computern der Papierverbrauch tatsächlich stark angestiegen ist.

Bleiben Sie weiter aufmerksam und aktiv!

Schreiben Sie mir an

lehrerforum@vnr.de!

Ich würde mich freuen.

Ihr

Gernot Herz

Kommentieren Sie jetzt diesen Artikel

* Pflichtfeld

*

*
*