So viel Geld: Investitionen für die Schule, aber außerhalb der Schule

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ein Markt scheint zu wachsen, während die Bundesländer händeringend den leeren Markt nach Lehrern absuchen: der Nachhilfemarkt.

Das Forschungsinstitut für Bildung- und Sozialökonomie in Köln kommt zu folgenden Ergebnissen:

Die Bedeutung von organisierter Nachhilfe wächst in Deutschland zusehends. Die jährlichen Elternausgaben dürften heutzutage realistisch eine Größenordnung von bis zu 1,2 Mrd. Euro haben. Für kommerzielle Angebote werden durchschnittlich etwa 1.500 Euro pro Jahr und Schüler ausgegeben, mitunter auch mehr. Für nicht-kommerzielle Angebote liegen die jährlichen Ausgaben bei etwa der Hälfte.

Wie ist es dann zu verstehen, dass Nachhilfeinstitute mittlerweile im Fernsehen Werbung machen? Liegt es daran, dass die Halbjahreszeugnisse anstehen? Liegt es daran, dass die Konkurrenz größer wird und die Umsätze zurück gehen? Woher bekommen die Institute die Nachhilfelehrer?

Sie haben die Werbung noch nicht gesehen? Zum Glück gibt es YouTube! Hier finden Sie die aktuellen Werbungen

vom „Studienkreis – Nachhilfe“

 

von der „Schülerhilfe“

 

Ihr

 

Gernot Herz

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Thomas, 27.01.2009 12:29:
Studienkreis – Nachhilfe Dazu muß einmal mitteilen, dass je Stunde 6 Euro in Berlin Köpenick gezahlt werden und dann noch 3 Stellen aufgesucht werden sollen, um Mathematik und Physik zu unterrichten. Da bleiben netto höchsten 60 Euro die Woche übrig. Dann soll ich die kleine Tafel mit Kreide benutzen, von Computer und Internet keine Spur. Dies alles darf ich aber mitbringen. Was sagt Sie nun dazu? Ein Einzelfall? Nein! Vielleicht finden sie einen Samariter-Lehrer, damit kann ich aber nicht dienen. Mit freundlichen Lehrer-Praxisgrüssen Thomas Klein
Andreas, 27.01.2009 22:43:
Hallo Leser, regt euch nicht auf1 Heute habe ich in der Realschule für die 6. Klasse den Leistungsstand zum Halbjahr ausdrucken lassen: 31 Schüler, davon 3 Wiederholer und insgesamt 21 gefährdete Schüler mit mindestens 2 mangelhaften Noten. Auch wenn der Schulbesuch umsonst ist, Hauptsache man kommt gratis hinein und kann Spaß machen! Kinder erfüllen die Erwartungen der Eltern UND der Lehrer in der Schule nicht mehr, woran liegt das? Nachhilfe scheint nur mit permanentem Druck auf den lockeren Geldbeutel der Eltern erfolgreich zu sein, daher Werbung. Und welcher Lehrer verfügt heute noch freiwillig über die Lust und die Ausdauer, lustlose Nachhilfeschüler erwartungsvoller Eltern zu unterweisen! Ich habe nur Nachhilfe erteilt, um einen Finanzengpass zu überwinden und nicht, um Nothilfe für Elternhäuser zu leisten. Nachhilfe ist ein Markt geworden und ohne Nachfrage kann kein Markt entstehen. Das liegt nicht an der Schule, sondern an den Mentalitäten der Elternhäuser, die durch Werbung inspiriert werden und keine Lust oder geistige Kapazität für Eigenleistung haben. Nur was teuer bezahlt wird hat auch einen Wert, folglich hat der schulische Unterricht nur geringen Wert, weil er gratis ist – Marktanalyse ist Grundlage für ein Geschäft! Nach der gesetzlichen Schule kostet jede effektive Ausbildung Geld, daran sollten sich Eltern und ihre Kinder rechtzeitig gewöhnen,; der Nachhilfemarkt macht bereits rechtzeitig darauf aufmerksam und Lehrer wollen teilhaben an der freien Marktwirtschaft!
Peter, 08.02.2009 12:15:
Lieber Autor, unterscheide bitte zwischen Sachaufwendungen für Schulen als die Hüllen/Gehäuse für Bildung und Qualität und Erfolg von Geistesarbeit durch Lehrer. Habe gelesen:BWL-Student sucht Intensivnachhilfe für Mathematik! Habe ferner gelesen, dass eine Kommune 20 Millionen in "Bildung" investiert: Dreifachturnhalle, Solardächer, energietechnische Sanierungen, Gebäuderenovierungen, Suppenküchen in ex-Musikraum. Alles Verbesserungen der Hardware zur Erhaltung von Arbeitsplätzen für Mütter und Väter; keine Effiktivitätssteigerung überalterter Software für die Jugend. Mehr Licht, Wärme und Wasser für weniger Bildungsinhalte und -qualität. Im Glanze neuer Hardware/Schulgebäude sonnt gerne die Politik, für die Softwareschwächen/Bildung findet sie Schuldige/Lehrer Intensivbildung gibt es inzwischen für mehr als 25% der Jugend auf dem freien Markt.