Sonderschichten für Schüler: Leistet die Schule zu wenig?
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
fast jeder zweite Gymnasiast nimmt in der Mittelstufe (5. bis 10. Klasse) Nachhilfe, um seine Noten zu verbessern. In den Klassen 11 bis 13 sind es immer noch mehr als 20 Prozent der Schüler, die nach dem Unterricht weiterpauken. Das geht aus dem neusten Bildungsbarometer des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (Zepf) an der Universität Koblenz-Landau hervor.
An der Spitze der Nachhilfefächer steht unangefochten - raten Sie mal - die Mathematik. Das liege nicht nur an der komplexen Materie, sagte Zepf-Leiter Professor Reinhold S. Jäger, sondern auch an den Lehrern. Bei einer Umfrage zu den didaktischen Fähigkeiten ihrer Pädagogen hagelte es von Schülerseite laut Jäger schlechte Noten. Peng! Woran liegt es? Mathematik gilt allgemein als das Fach, in dem Lehrerinnen und Lehrer standardmäßig nach dem Buch vorgehen.
Wenn das wirklich so ist, wäre der Job des Mathelehrers sicher ein lauer, denn die Korrektur von Klassenarbeiten und Hausaufgabenüberprüfungen ist sicher einfacher zu leisten als in den sprachlichen Fächern. Aber tut man hier nicht einer Vielzahl engagierter Fachkollegen Unrecht? Drangsaliert werden sie auch noch durch die Bildungsstandards. Ein Vergleich zum Sport macht es vielleicht deutlich: Die Bildungsstandards kann man als Latte sehne, die von den Schülerinnen und Schülern übersprungen werden muss. Leider sind die Fähigkeiten der Athleten nicht ausreichend, sodass sie Sondertraining erhalten müssen. Das gab es schon immer. Allerdings sind 20 Prozent sehr viel. Ist diese hohe Zahl damit zu begründen, dass die Ansprüche der Eltern oder der Schule so hoch sind? das sollte einmal untersucht werden!
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
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