Studienfahrten ins Ausland?
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
haben Sie auch schon die Abschlussfahrt mit Ihrer Klasse geplant bzw. stecken Sie gegebenenfalls sogar mitten in den Planungen? Wo geht es denn hin? Fahren die Nordlichter nach Süddeutschland und umgekehrt? Fahren Sie eher zu Beginn des Schuljahres, um für dieses letzte und entscheidende Jahr den Zusammenhalt der Klasse noch einmal zu festigen? Ich denke, dann ist es schwierig, die Schülerinnen und Schüler noch einmal in den Alltag zurück zu holen.
Eine Abschlussfahrt sollte auch eine solche sein. Am besten sind sogar die letzten Klassenarbeiten schon geschrieben, es ist Ende Mai oder sogar Anfang Juni und man hat berechtigte Hoffnungen, schönes Wetter zu haben.
Beliebte Ziele sind sicher immer die Ost- und Nordsee, Städtetouren nach Berlin oder München und Fahrten ins Alpenvorland. Da lernt man Deutschland kennen!
Viele Kollegen pochen darauf, dass Klassenfahrten im Inland statt zu finden haben. Gerade angesichts der Vertiefung der europäischen Integration und einer gemeinsamen Währung, auch angesichts der Tatsache, dass viele Schüler noch nie im Ausland waren, sollten Abschlussfahrten deutsche Grenzen – gibt es die noch? – nicht überschreiten. Unterstützung bekamen die Verfechter dieser Einstellung vor zwei Jahren vom rheinland – pfälzischen Bildungsministerium, das angesichts von Sauftouren, vornehmlich der Abschlussklassen von Berufsschulen, nach „Malle“ oder Lloret de mar“ entschieden hat, dass Abschlussschüler doch lieber im Inland, d.h. in Mittenwald, Inzell, in Berlin oder an deutschen Stränden ihr Komasaufen veranstalten sollen. Danke!!!
Ich bin eine absoluter Freund von Auslandsfahrten und habe die letzten drei Abschlussfahrten mit meinen Klassen in Italien und zuletzt in Kroatien verbracht. Die Reisen waren eher günstiger als die innerdeutschen, die Fahrten zwar lang, aber das Wetter immer gut. Freizeit hat man nicht auf der Bude verbracht, sondern gemeinsam am Strand. Und, da lässt das Ministerium die Tür ins Ausland noch einen Spalt auf, das kulturelle Angebot – im Preis inbegriffen – ist mit Touren in die Kulturhochburgen Florenz, Venedig bzw. Pula und Porec sehr reichhaltig. Und das erlaubt unsere Kapitänsbrücke nach wie vor: Studienfahrten ins Ausland. Aber soll das nur Gymnasiasten vorbehalten bleiben? Nein, auch wir können mit unseren SEK I – Klassen die Abschlussfahrt als Studienfahrt betreiben und die zu besuchenden kulturellen Stätten vorher per Referat erforschen, um dann am Objekt genauere Erkundigungen durchzuführen. Wenn Sie die Elten davon überzeugen – und der „Preis ist heiß“ – dürfte einer Realisierung nichts mehr im Wege stehen.
Angesichts leerer Haushaltskassen bei der öffentlichen Hand und in Privathaushalten gibt es bei uns ein Limit, das bei 250€ liegt. Dafür bekommen Sie die Kroatientour inklusive Ausflügen und Führungen locker!
Aber vielleicht hätte ich mir diese Rede an alle, die außerhalb unseres beschaulichen, im Herzen Europas, an der Nahtstelle der europäischen Einigung liegenden Bundeslandes unterrichten, sparen können, denn Sie haben da ganz andere Freiheiten oder sogar Beschränkungen.
Wie ist das in Ihrem Bundesland bzw. an Ihrer Schule geregelt? Haben Sie schlechte Erfahrungen mit Auslandstouren oder sogar noch schlechtere mit Inlandstouren gemacht? Existieren bei Ihnen auch finanzielle Grenzen?
Schreiben Sie mir an
lehrerforum@vnr.de.
Ich würde mich freuen.
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
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