Tabubruch in den Niederlanden?
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Spiegel online berichtete darüber, dass ein holländischer Schulbuch-Verlag ankündigte, Homo-Ehen ebenso selbstverständlich zu thematisieren wie die Traditionsfamilie. Dabei geht es anscheinend nicht darum, homosexuelle Partnerschaften als eine Familienform wie in der politischen Bildung zu vermitteln, indem man sie abbildet und eventuell beschreibt. Nein, Spiegel online mutmaßt: Papa und Papa kaufen ein Meerschweinchen. Die Zoohandlung gibt auf den Preis von 17,95 Euro einen Rabatt von 20 Prozent. Wie viel müssen Jans Väter bezahlen? So oder ähnlich werden künftig Aufgaben in niederländischen Mathematik-Lehrbüchern lauten. Auch in Schulbüchern für Erdkunde, Fremdsprachen und anderen Fächern sollen homosexuelle Paare vorkommen. Das Ziel: schon im Unterricht die gesellschaftlichen Verhältnisse abbilden.
Natürlich formiert sich in den Niederlanden ebenso Widerstand, wie es in Deutschland zu erwarten wäre. Vielleicht sollte man solche Inhalte von Verlagsseite nicht ankündigen, sondern einfach in die Schulbücher hineinbringen.
Über bekennend schwule Bürgermeister regt sich keiner mehr auf, ebenso wenig wie über die sexuelle Neigung des deutschen Außenministers. Das zeigt eigentlich schon einen gewaltigen Fortschritt. Man darf zudem nicht vergessen, dass in Kindergärten, Primar- und Sekundarstufen Kinder erzogen bzw. unterrichtet werden, die selbst zuhause gleichgeschlechtliche Erwachsene als offizielle oder zumindest faktische Erziehungsberechtigte haben. Und sie haben Klassenkameraden, die sie besuchen und diese Realitäten ebenfalls wahrnehmen. Dem müssen Lernmittel Rechnung tragen.
Ihr
Gernot Herz
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