Tabubruch in den Niederlanden?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Spiegel online berichtete darüber, dass ein holländischer Schulbuch-Verlag ankündigte, Homo-Ehen ebenso selbstverständlich zu thematisieren wie die Traditionsfamilie. Dabei geht es anscheinend nicht darum, homosexuelle Partnerschaften als eine Familienform wie in der politischen Bildung zu vermitteln, indem man sie abbildet und eventuell beschreibt. Nein, Spiegel online mutmaßt: Papa und Papa kaufen ein Meerschweinchen. Die Zoohandlung gibt auf den Preis von 17,95 Euro einen Rabatt von 20 Prozent. Wie viel müssen Jans Väter bezahlen? So oder ähnlich werden künftig Aufgaben in niederländischen Mathematik-Lehrbüchern lauten. Auch in Schulbüchern für Erdkunde, Fremdsprachen und anderen Fächern sollen homosexuelle Paare vorkommen. Das Ziel: schon im Unterricht die gesellschaftlichen Verhältnisse abbilden.

Natürlich formiert sich in den Niederlanden ebenso Widerstand, wie es in Deutschland zu erwarten wäre. Vielleicht sollte man solche Inhalte von Verlagsseite nicht ankündigen, sondern einfach in die Schulbücher hineinbringen. 

Über bekennend schwule Bürgermeister regt sich keiner mehr auf, ebenso wenig wie über die sexuelle Neigung des deutschen Außenministers. Das zeigt eigentlich schon einen gewaltigen Fortschritt. Man darf zudem nicht vergessen, dass in Kindergärten, Primar- und Sekundarstufen Kinder erzogen bzw. unterrichtet werden, die selbst zuhause gleichgeschlechtliche Erwachsene als offizielle oder zumindest faktische Erziehungsberechtigte haben. Und sie haben Klassenkameraden, die sie besuchen und diese Realitäten ebenfalls wahrnehmen. Dem müssen Lernmittel Rechnung tragen.

 

Ihr

  

Gernot Herz

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Almut, 17.08.2010 12:55:
Sehr geehrter Herr Hertz! Ich teile Ihre Meinung hinsichtlich der "neuen Schulbuchgeneration" nicht! Es gibt eine Schöpfungsordnung - und die stellt nun mal gegengeschlechtliche Partner zusammen (das ist wegen der grundsätzlichen Unterschiedlichkeit absolut nicht immer leicht!) und sorgt somit für die Erhaltung der Art. Wie Sie wissen, durchlaufen Kinder und Jugendliche, gerade was die Sexualität angeht, sehr sensible Phasen. Und die Sexualität an sich hat eine sehr stark bindende und prägende Eigenschaft. Natürlicherweise aber hat der Mensch, das heranwachsende Kind (ich sehe das bei meinen Beiden (9 und 11) ganz deutlich) eine natürliche Scham. Die wird heutzutage in der Gesellschaft mehr und mehr "abgebrochen", außer Kraft gesetzt, auch durch die Medien, den Fernseher, usw. Und wenn es durch Alkoholtrinken ist. So ist es dann fast "normal", dass man mit einem gerade kennengelernten gegen- oder gleichgeschlechtlichen Menschen sich irgendwo (teilweise) entkleidet und "Liebe" feiert - bzw. fickt oder bumst. Für mich ist das nicht Liebe! Es ist hauptsächlich Egoismus - und es ist das Spiel mit dem Feuer, gerade in Zeiten von AIDS! Ich als verantwortliche Mutter und Familienengagierte kann nicht müde werden zu betonen, dass es sehr wichtig ist, sich dem diesbezüglichen Zeitgeist entgegenzustellen! Liebe geht viel, viel tiefer! Sie ist eine ganz tiefe, ausnahmslose Akzeptanz und Annahme eines anderen Menschen. Sie ist zutiefst verletzlich - und wunderschön ist es, einander vertrauen zu können. Das zu frühe "Werfen" auf die Sexualität nimmt einer Partnerschaft ganz entscheidende Dimensionen! Für mich ist Sexualität nach wie vor ausschließlich für den einen Partner, in der Ehe oder jedenfalls in einer ganz verlässlichen und treuen Partnerschaft. Alles Andere beinhaltet ein riesiges Risiko, tief innerlich verletzt zu werden, Vertrauensbruch zu erleben, sich mit AIDS zu infizieren... . Die Berichte über Frau Benaissa reichen mir da schon. Und was die (notleidenden) Krankenkassen dann für die Behandlung der "selbstgewählten!" (weil mehr oder weniger bewusst riskiert!) AIDS-Erkrankten zahlen müssen........ Gruß Almut Rosebrock, Apothekerin, www.glmk.de