Stichwörter: Lehrberuf, Kommunikation, Studie.

Über das Leid mit den Konferenzen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

gut ein Drittel aller in Unternehmen abgehaltenen Meetings werden von den Mitarbeitern als überflüssig empfunden. Selbst der bei der Mehrheit der österreichischen Betriebe eingeführte konferenzfreie Arbeitstag in der Woche schafft es nicht, die Produktivität der Abteilungen zu steigern. Zu diesem Ergebnis gelangt der Personaldienstleister Robert Half http://www.robert-half.com in seiner aktuellen Erhebung, zu der über 6.000 Personal- und Finanzmanager in 20 Ländern befragt wurden. So kann mit weniger Meetings die gleiche Leistung erzielt werden.

Was das mit Schule zu tun hat? Jeder kennt aus eigener Erfahrung, dass die Vielzahl von Konferenzen, Dienstbesprechungen oder Teambesprechungen die Arbeitskraft von Lehrerinnen und Lehrern mit ihrem zum Teil fragwürdigen Verlauf belasten. Ob am Ende eines Schultages eine über dreistündige Konferenz der Weisheit letzter Schluss ist, darf wohl in Frage gestellt werden. Erstens hat die Konzentrationsfähigkeit der beteiligten Lehrkräfte durch den Vor- oder sogar Nachmittagsunterricht schon arg gelitten und zweitens sind häufig Themen Gegenstand von Gesamtkonferenzen, die nur einen kleinen Teil der Anwesenden wirklich betreffen. Toll sind auch die „Dauerbrenner“, nämlich Themen, die regelmäßig auf der Tagesordnung auftauchen und einer Lösung harren. Der Höhepunkt ist meist der thematische Wurmfortsatz „Verschiedenes“, der sich allerdings derart aufblähen kann, dass eigens dafür eine Konferenz angesetzt werden könnte. In dieser Phase werden häufig diejenigen Kolleginnen oder Kollegen aktiv, die vorher stumm eine HÜ oder Hefte korrigiert haben. Kommen wir zur Quintessenz: Weniger und detailliert vorbereitet ist häufig mehr.

Ihr

 

Gernot Herz

Kommentieren Sie jetzt diesen Artikel

* Pflichtfeld

*

*
*
Wolfgang, 13.11.2009 12:00:
Bravo! Dieser Artikel sei den Kultusministerien ans Herz gelegt. Denn alleine die Pflichtkonferenzen (Gesamtkonferenzen, Fachkonferenzen für mindestens zwei Unterrichtsfächer, Förderkonferenzen) summieren sich so, dass pro Halbjahr die Hälfte aller Wochen eine Konferenz hat. Aber natürlich sind wir Lehrer auch mitschuldig, da viele nach dem Motto verfahren, "Es ist zwar schon alles gesagt, aber nicht von mir!", und beleidigt reagieren, wenn der Chef versucht, mit Mitteln der Konferenzordnung zu straffen.