Über das Programm der Bundesregierung zur Integration

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

man kann nun wirklich nicht behaupten, die Bundesregierung reagiere nicht auf die aktuelle Integrationsdebatte, denn sie hat am 8.9.10 ein „Bundesweites Integrationsprogramm - Angebote der Integrationsförderung in Deutschland – Empfehlungen zu ihrer Weiterentwicklung“ veröffentlicht, dessen wohl interessanteste Aussage die Forderung nach mehr Lehrern mit Migrationshintergrund ist. Dazu heißt es unter anderem: Pädagogisches Personal und Lehrkräfte mit Migrationshintergrund spielen eine wichtige Rolle bei der interkulturellen Öffnung von Bildungseinrichtungen, der Zusammenarbeit mit zugewanderten Eltern und der Wertschätzung und Förderung von Mehrsprachigkeit. Sie werden zudem als wichtige Rollenvorbilder für Kinder mit Migrationshintergrund wahrgenommen. Mehr Lehrkräfte mit Migrationshintergrund machen Vielfalt in der Schule bewusst und tragen dazu bei, Chancen aufzudecken, die in dieser Vielfalt liegen. Ihrer Beteiligung an der Entwicklung von Lehr- und Lernmitteln, in Führungspositionen und der Lehreraus- und –fortbildung kommt eine wichtige Funktion zu. 

 

Einverstanden, aber ein Programm ist kein Gesetz und Gesetze im Bezug auf Bildung machen nun einmal die Bundesländer, die teilweise jetzt schon zu wenig Lehrer haben bzw. sich gegenseitig Lehrkräfte abwerben. Bis dann tatsächlich eine erhöhte Zahl von Migranten vor den Klassensteht bzw. in der Lehrerausbildung tätig ist, wird noch einige Zeit vergehen. Hinzu kommt, dass Statistiken anscheinend ergeben, dass sich die Migranten je nach Herkunft unterschiedlich gut bzw. schlecht integrieren. Man müsste also für jedes Töpfchen ein Deckelchen haben, damit der gewünschte Effekt eintritt. Aber was macht man bis dahin?

 

Ihr

  

Gernot Herz

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Lutz, 14.09.2010 18:39:
Es ist ja schon immerhin etwas, dass die Bundesregierung ein Programm präsentiert, das viel von dem bietet, was wir brauchen und Viele als nötig erkannt haben. Auf das sich also in den Ländern, mit jeweils ihren regionalen Kulturakzenten und Prioritäten, Viele und immer mehr (ohne aber ...) berufen können. Das Bild mit dem Töpfchen-Deckelchen enthält m.E. einen Denkfehler: als ob ein Mathelehrer mit Wurzeln in Viet Nam oder ein Deutschlehrer mit Wurzeln im frankophonen Afrika nicht mit Schülern produktiv arbeiten könnten, die Wurzeln in S-O-Europa oder der Arabischen Welt haben. Es könnte auch sein, dass, von einem nur-deutschen Kollegium akzeptiert zu werden, für die eben beispielsweise angeführten Lehrer die größere Herausforderung darstellt.