Über Schulleiter, Lehrer und Abiturienten

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Amtsblatt des rheinland - pfälzischen Bildungsministeriums ist voll mit Stellenausschreibungen. Nein, nicht die üblichen Schulleitungsstellen mit dünner Zulage, deren Ausschreibung dann in die zweite, dritte oder vierte Runde geht! Die Einführung der Realschule plus zum Beginn des kommenden Schuljahres macht es möglich: Wird eine Hauptschule zu einer Realschule plus bzw. wird mit einer bestehenden Realschule zusammengelegt, werden alle Schulleitungsstellen neu ausgeschrieben. Genau so verläuft es bei den zum nächsten Schuljahr startenden Integrierten Gesamtschulen (IGS), deren Leitungspositionen neu ausgeschrieben bzw. neu entstehen werden.

Das wird ein heißer Wettkampf um gut dotierte Stellen werden. Weiter unten in der Hierarchie kann von einem solchen Wettrennen nicht die Rede sein. Nach neusten Forschungen wollen eh nur die schlechten Abiturienten Lehrer werden, da der Abischnitt für ambitioniertere Berufe bzw. höhere Gehälter nicht ausreicht. Solche Faulenzer kommen dann auch noch in die Schulleitungen. Im Ernst, die Note des Abiturzeugnisses spielt definitiv keine Rolle bei der Frage, ob jemand eine gute Lehrerin bzw. ein guter Lehrer wird und ist. Die von Frau Schavan geforderten hochqualifizierten Ingenieure für die Schulen würden sich bestimmt die Augen reiben, sollten sie über einen längeren Zeitraum einen Haufen Pubertierender unterrichten.

Für den Lehrberuf muss man geschaffen sein, da hilft kein tolles Abitur, da die fachlichen Anforderungen zumindest im Sekundarbereich von jedem zu meistern sind, der einen Hochschulabschluss vorweisen kann. Die Didaktik und Methodik, das Händchen und die Persönlichkeit, das Organisationstalent und das Einfühlungsvermögen machen den guten Lehrer in der Sekundarstufe und hier insbesondere im Haupt- und Realschulbereich aus. Dass dem Staat diese Kompetenzen mehr wert sein sollten bleibt zu hoffen, aber als Lehrer gehört man zu den höheren Gehaltsgruppen und nagt nicht am Hungertuch. man kann regelmäßig in Urlaub fahren und ein Eigenheim besitzen. Und, man hat einen sicheren Job!!!

Ihr

 

Gernot Herz

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Gaby, 08.03.2009 14:31:
Durch Ihre provokante Vorlage wollen Sie uns zum Äußersten locken! Nun,dann:Diese hilflosen Versuche der Bundes- wie auch der Länderregierungen Bildung ins Gespräch und in den Focus vieler Menschen zu bringen,sind nicht mehr -aber auch nicht weniger- als erbärmlich.Denn mit jeder Vorlage werden immer wieder nur Personengruppen der Kritik ausgesetzt(Eltern,Schüler,Lehrer).An die wirklichen Probleme ist bis jetzt kein Gremium,das sich mit der bundesrepubli-kanischen Bildungspolitik zu befassen scheint, heran-gegangen.Dieser Eindruck drängt sich förmlich auf oder, was noch schlimmer wäre keiner dieser Beteiligten versteht etwas von dieser Materie.Ein Grund für die Ausblendung der wahren Probleme ist die Gewissheit, dass es hierbei um sehr viel Geld geht!!!! Die Veränderung des schulischen Seins ist die Aufgabe. Eine Strukturreform.Aber eben nicht nur angelegt auf eine äußerliche Veränderung, sondern inhaltlich fundiert.Was bedeutet: Egal wie das Schulsystem benannt wird(dreigliedrig,einsossig, ganztägig,halbtägig,etc.),das allein wird keine Verbesserungen mit sich bringen.Die Rahmenbedingungen für Schule müssen reformiert werden!!!! Bessere Ausbildung von Erziehern, Lehrern.Die frühkindliche Bildung muss aus der Schmuddelecke des Verwahrens von Kindern heraus und Bildung herein. Wiedereinführung von Vorschule und zwar für die letzten zwei Jahre vor der eigentlichen Schule (in der Regel Kinder ab 4 Jahren).Lehrer und Erzieher müssen mit dem notwendigen Diagnose- und Förderwissen ausgestattet werden.Die katastrophale bauliche Situation,Raummangel,Ausstattung von Schulen,nicht zu vergessen die Bildungsinhalte, die heute wie es den Anschein hat dem Zeitgeist unterworfen werden; usw.usw.usw. All das und einiges mehr bedeutet Reform. Grundsätzliches muss geändert werden sonst können wir Bundesrepublikaner uns weiter mit Pisa unter Druck setzen lassen bis an den Sankt Nimmerleinstag! Erreichen werden wir dann aber nur eine fortlaufende Verschlechterung der Bildungssituation.