Umfrage macht Befürwortern längerer Grundschulzeit Hoffnung
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Hamburger Bürger haben sich jüngst gegen die politisch beschlossene sechsjährige Primarschule entschieden. Dass in anderen Ländern die Grundschule länger dauert bzw. auch früher beginnt, ist mittlerweile allseits bekannt. Dass es auch besser ist, frühestmöglich zu fördern, bevor man später nur noch (notdürftig) reparieren kann, leuchtet auch ein. Die Frage ist nur, warum ausgerechnet in Hamburg der Volksentscheid ein solches Ergebnis hervorbrachte, aber eine repräsentative Umfrage von Emnid und Jako-o zu einem anderen Ergebnis kommt?
Demnach äußern sich die befragten Eltern wie folgt:
- Gerade einmal ein Viertel der Mütter und Väter findet die in den meisten Bundesländern übliche Trennung nach vier Schuljahren gut und lediglich 26 Prozent halten diesen Zeitpunkt für ideal.
- Für sechs oder sogar neun Jahre gemeinsames Lernen sprachen sich dagegen 72 Prozent der Eltern aus.
- 26 Prozent sprachen sich in der Studie für eine Trennung nach der vierten Klasse aus.
- 57 Prozent finden einen Wechsel nach der sechsten Klasse am besten.
- 15 Prozent würden es bevorzugen, wenn die Schüler erst nach der neunten Klasse aufgeteilt werden.
- Unter den Eltern in Ostdeutschland sehen sogar 29 Prozent 9 Jahre gemeinsames Lernen als die beste Lösung an.
- Die vierjährige Grundschule finden hier lediglich 17 Prozent gut.
- 51 Prozent sind für 6 Jahre Grundschule.
- Bundesweit gaben nur 23 Prozent der Eltern mit Abitur oder Fachabitur an, für eine Trennung bereits nach der vierten Klasse zu sein.
- Bei den Eltern mit Volksschul- oder Hauptschulabschluss waren es 33 Prozent. Für eine Aufteilung nach der sechsten Klasse sprachen sich 54 Prozent der Eltern mit höherem Schulabschluss und 56 Prozent der Eltern mit niedrigerem Schulabschuss aus.
- 22 Prozent der Eltern mit (Fach-)Hochschulreife würden 9 Jahre gemeinsames Lernen bevorzugen.
- Bei den Eltern mit Volks- oder Hauptschulabschluss sehen das nur 9 Prozent als die beste Variante an.
Überraschend, wenn man noch einmal das Hamburger Ergebnis bedenkt. Vielleicht war dieses Ergebnis auch nur ein letzter Schrei nach der „alten“ Ordnung und eine bessere politische Performance würde am Ende tatsächlich mehr Eltern mit ins Boot holen, als es den hanseatischen Koalitionären gelungen ist.
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
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