Unternehmer finanziert die Unterstützung von Problemkindern an einer Brennpunktschule
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
seit dem Schuljahr 2009/2010 läuft an der Johann-Peter-Hebel-Grundschule in Tiengen ein unterrichtsergänzendes Programm. Denn ein Drittel der Kinder stammt aus Einwandererfamilien. Diese Schüler sprechen nur schlecht Deutsch, teilweise überhaupt nicht. Hinzu kommen Kinder deutscher Familien, deren sozialen Hintergrund Rektor Helios Scherer mit „bildungsfern“ beschreibt. „Wir sind eine Brennpunktschule“, sagt Scherer.
Der Unternehmer Milorad Krstic aus der Nachbargemeinde Dogern hilft. Er finanziert die Teilzeit-Beschäftigung von vier Pädagoginnen, die sich intensiv um Problemkinder kümmern, mit 30000 Euro. Dabei geht es um individuelle Sprachförderung, Lernbetreuung und Aktivitäten zur gesellschaftlichen Eingliederung.
Solche Initiativen kann man eigentlich nur gut heißen und der Schule zu ihrem Glück gratulieren, einen solchen Sponsor zu haben, der sich durch soziales Engagement auch um schulische Belange kümmert. Die Wirtschaft darf nicht nur eine Exzellenz-Förderung betreiben, sondern sollte sich gerade in diesem Bereich, wo die Finanzen des Staates auch an ihre Grenzen stoßen, einbringen. Man kann Unternehmer dazu nicht zwingen und muss auch bedenken, dass nicht jede Schule so ein Glück hat. Insgesamt muss man aber auch hoffen, dass die Schulministerien bereit sind, hinsichtlich der personellen Zuständigkeiten, den Schulleitungen immer mehr Freiheiten einzuräumen. Denn dann kann man besser und flexibler mit einheimischen Betrieben in z.B. der oben genannten Variante zusammenarbeiten. Sicher, das Konkurrenzdenken der Schulen untereinander würde sich verstärken und der Schulleiter oder die Schulleiterin immer mehr zur/zum Manager(in). Es darf aber auf keinen Fall dann dazu kommen, dass sich auf der anderen Seite die Bildungsinvestitionen des Staates verringern. Der müsste vielmehr die Schulen verstärkt unterstützen, die in diesem Wettbewerb nicht mithalten können, denn sonst schafft man neue Problemschulen.
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
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