Veränderungen zur "Stunde Null"?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

was die Kolleginnen und Kollegen in Nordrhein – Westfalen bereits vor drei Wochen ereilt hat, trifft mich als Rheinland – Pfälzer und die werten Leidensgenossinnen und – genossen aus Hessen und dem Saarland ab kommenden Montag mit voller Wucht: der Schuljahresbeginn. Wer von Ihnen hat sich denn in den letzten Wochen ernsthaft Gedanken darüber gemacht, wie sie/er in das neue Schuljahr starten möchte? Was wollen Sie anders machen als im letzten Jahr? Kennen Sie schon Ihren Stundenplan oder wissen Sie bereits, welche Klassen Sie im neuen Schuljahr unterrichten?

So ein erster Schultag nach den Ferien besitzt absolut den Charakter einer „Stunde Null“, denn bisherige Noten interessieren nicht mehr, Schüler kommen mehr oder weniger geläutert, aber häufig – je nach Alterstufe – unruhiger, pubertierender oder auch gereifter aus den Ferien und bringen ihre neu gewonnenen Eindrücke positiver oder negativer Natur mit zu dieser „Stunde Null“. Manche sind vielleicht froh, dass es wieder los geht. Auch ich freue mich, die geschätzten Kolleginnen und Kollegen wieder zu sehen, denen ich weitestgehend freundschaftlich verbunden bin – zumindest während des Schuljahres.

Vielleicht sollte man diese „Stunde Null“ auch nutzen, um Ziele für das kommende (Halb)jahr zu formulieren: Was will ich, jenseits von Lehrplänen liegend, z.B. im zwischenmenschlichen Bereich erreichen. Man sollte auch die Schüler konkrete Ziele formulieren lassen, an denen sie sich dann selbst messen können. Lassen Sie doch einfach mal Ihre Schüler diese Ziele anonym aufschreiben und konfrontieren zunächst auf dem ersten Elternabend die Eltern damit und kurz vor Weihnachten auch die Schüler. Eventuell könnten diese Ziele auch sichtbar im Klassenraum aufgehängt werden, sodass sie immer vor Augen sind und somit nicht zu schnell aus dem Sinn.

Möglicherweise gehen die Schüler dann ganz anders an das neue Schuljahr heran, wenn Sie vielleicht ankündigen im Laufe der zweiten Woche in Ihrer Klasse mal nachzufragen, welche Schritte ihre Schüler denn bereits getan haben, um dem Ziel näher zu kommen. Das könnte zu einem Ritual werden, sodass die anfangs formulierten Ziele nicht reine Lippenbekenntnisse bleiben.

Wie stehen Sie zu der Thematik? Haben Sie ähnliche Herangehensweisen schon einmal ausprobiert?

Schreiben Sie mir an

lehrerforum@vnr.de

Ich würde mich freuen.

Ihr

Gernot Herz

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