Vergesst nicht die Jungs: Einsatz für eine problematische Gruppe

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

männliche Jugendliche, insbesondere Migranten, werden eher gewalttätig, arbeitslos, bleiben eher sitzen oder gehen auf die Hauptschule. In der Schule gehören sie häufiger zu den Problemfällen und haben bei der Lehrstellensuche auch schlechtere Karten. Im Vergleich zu wem? Zu den Mädels.

Dieser Problematik widmen sich die Internetplattform www.neue-wege-fuer-jungs.de, ein Projekt, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert wird. Als Ziele werden angegeben:

  • Lokale oder regionale Initiativen zu geschlechtsbezogener Arbeit mit Jungen sollen angeregt werden.
  • Jungen bekommen verstärkt die Möglichkeit, Chancengleichheit und Rollenvielfalt als persönlichen Gewinn für das spätere berufliche und persönliche Leben zu erfahren.
  • Jungen werden neue berufliche Perspektiven insbesondere in Sozial-, Pflege-, Erziehungs- aber auch Dienstleistungsberufen aufgezeigt. Sie erhalten Einblicke durch Schnupperpraktika.
  • Jungen werden darin unterstützt, Sozialkompetenzen wie z.B. Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit sowie Teamarbeit zu vertiefen.
  • Aktive in der Berufs- und Studienberatung, sowie Lehr- und Fachkräfte in Schule und Jugendarbeit und die Öffentlichkeit sollen für eine geschlechtsbezogene Berufs- und Lebensplanung sensibilisiert werden.
  • Durch wissenschaftliche Expertise und kontinuierliche Begleitung von Praxisprojekten wird der wissenschaftliche Diskurs in der Jungenforschung bereichert.
  • Bestehende Initiativen und Projekte werden gebündelt, außerdem wird ein fachlicher Austausch gefördert. Das bundesweite Netzwerk für Jungenförderung wird kontinuierlich ausgebaut.

Ohne im Geringsten die noch nicht vollständig erreichte Emanzipation des weiblichen Geschlechts in unserer Gesellschaft zu torpedieren muss man doch feststellen, dass Emanzipation ein berechtigter Anspruch bzw. Recht aller Bevölkerungsgruppen ist. Und da ist gerade bei den Jungs vieles im Argen!

Ihr

  

Gernot Herz

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Peter, 08.02.2009 11:34:
Sehr geehrter Herr Herz, sind Aliens auf unserem Planet gelandet, die „Jungs“ heißen? Irdische Jungs sind heute durch die geschlechtliche Entwicklung gestörter als früher, dagegen hilft kein Forschungsergebnis mit neuen Erkenntnissen. Früher hießen Zauberwörter „Motivation“ und „Du lernst fürs Leben“. Die Werbung für den Verkauf von neuen Medien für die Problemgruppe „Jungs“ fällt heute sicherlich auf fruchtbaren Boden. Es ist z.Z. „in“, mit ständig neuen Forschungen gesellschaftliche Ursachen ergründen zu wollen und mit Forschungsergebnissen verausgabte Geldmittel zu rechtfertigen. Die negativen Ergebnisse für Jungs sind längst bekannt und unabwendbar, werden jedoch von der männlichen Welt verdrängt. Überwiegend sind Mädchen im Vergleich zu ihren Müttern / Großmüttern in der Emanzipation angekommen und stellen dies mit Lernerfolgen unter Beweis. Jungen schwächeln im Vergleich zu Mädchen zunehmend. Jungen einschl. ihrer Väter sonnen sich immer noch in der Macho-Scheinweltvergangener jahrhunderte, haben Idole in der Cyberwelt, der Sportwelt, im Vereinswesen und an Stammtischen, exponieren sich mit Gerätschaften wie Mountainbike, Skateboard, Fußball, MP3-Player, teure Handys mit Unmengen an unnötigen Funktionen, Play Station für Spiele mit wenig Hirn u.a. und pflegen intensive Hierarchien in Gangs und Gruppen. Jungs verbrennen so sinnlos mehr Freizeit, die sie für nachhaltige Lernerfolge in Konkurrenz zu Mädels dringend benötigen. Und die Forschung verbrennt ihrerseits dafür Geld. Folglich wird ein Forschungsergebnis sein, dass für Jungen beschleunigte, abgespeckte Lernmethoden zu entwickeln sind, die sich umgekehrt proportional deren Freizeitverbrauch anpassen.