Vergesst nicht die Jungs: Einsatz für eine problematische Gruppe
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
männliche Jugendliche, insbesondere Migranten, werden eher gewalttätig, arbeitslos, bleiben eher sitzen oder gehen auf die Hauptschule. In der Schule gehören sie häufiger zu den Problemfällen und haben bei der Lehrstellensuche auch schlechtere Karten. Im Vergleich zu wem? Zu den Mädels.
Dieser Problematik widmen sich die Internetplattform www.neue-wege-fuer-jungs.de, ein Projekt, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert wird. Als Ziele werden angegeben:
- Lokale oder regionale Initiativen zu geschlechtsbezogener Arbeit mit Jungen sollen angeregt werden.
- Jungen bekommen verstärkt die Möglichkeit, Chancengleichheit und Rollenvielfalt als persönlichen Gewinn für das spätere berufliche und persönliche Leben zu erfahren.
- Jungen werden neue berufliche Perspektiven insbesondere in Sozial-, Pflege-, Erziehungs- aber auch Dienstleistungsberufen aufgezeigt. Sie erhalten Einblicke durch Schnupperpraktika.
- Jungen werden darin unterstützt, Sozialkompetenzen wie z.B. Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit sowie Teamarbeit zu vertiefen.
- Aktive in der Berufs- und Studienberatung, sowie Lehr- und Fachkräfte in Schule und Jugendarbeit und die Öffentlichkeit sollen für eine geschlechtsbezogene Berufs- und Lebensplanung sensibilisiert werden.
- Durch wissenschaftliche Expertise und kontinuierliche Begleitung von Praxisprojekten wird der wissenschaftliche Diskurs in der Jungenforschung bereichert.
- Bestehende Initiativen und Projekte werden gebündelt, außerdem wird ein fachlicher Austausch gefördert. Das bundesweite Netzwerk für Jungenförderung wird kontinuierlich ausgebaut.
Ohne im Geringsten die noch nicht vollständig erreichte Emanzipation des weiblichen Geschlechts in unserer Gesellschaft zu torpedieren muss man doch feststellen, dass Emanzipation ein berechtigter Anspruch bzw. Recht aller Bevölkerungsgruppen ist. Und da ist gerade bei den Jungs vieles im Argen!
Ihr
Gernot Herz
Ähnliche
- Ende der Koedukation? Sollen Mädchen und Jungen wieder getrennt unterrichtet werden?
- Ein interessanter Ansatz
- Von der Bundeskanzlerin ausgezeichnet: Fördermaterial für LRS und Rechenschwäche
- Nach der Grundschule geht es weiter - aber richtig?
- Plattform für Bildungsträger der beruflichen Integrationsförderung
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
Kommentieren Sie jetzt diesen Artikel