Vom Klassenzimmer zum Berufswahlraum - Hilfsangebot für Lehrstellensuchende

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

laut DIHK bilden 88% der Betriebe mit weniger als 10 Beschäftigten (noch) nicht aus. Das wären - wenn man die Hälfte derer, die nach eigenen Angaben nicht einmal die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen nicht mitrechnet - immerhin 675.840 Kleinbetriebe, die ausbilden könnten. Woran liegt es, dass sie es nicht tun?

Eine der Antworten: weil sie in ihren Posteingängen (virtuell oder real) viel zu viele Bewerbungen von SchülerInnen vorfinden, deren Inhalten sie nicht trauen können, aus denen Sie nicht genug erkennen lässt (weil sie alle gleich aussehen und getextet sind) oder deren Sichtung viel zu viel Zeit kostet und dabei zu häufig nur Ärger hinterlässt. Daher scheuen sich viele Unternehmen in die Anbieterverzeichnisse aufgenommen zu werden. Denn sie ahnen: einmal drin, ist diese Flut nicht mehr zu stoppen. Dabei wären sie ggf. bereit, einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz einzurichten, wenn es im Vorfeld nicht immer mit endlosen Stunden ineffektiver und ineffizienter Bewerberauswahl und -gesprächen verbunden wäre.

Liebe Personalentscheider, stellen Sie sich vor, Sie könnten mit einer für Ihren Bedarf vorselektierten, über den Beruf mit seinen Anforderungen und Aufgaben weitreichend (wenn auch nur theoretisch) informierten, am Berufsbild und Ihrem Unternehmen interessierten, engagierten und über ein Selbstprofil verfügende Gruppe von Jugendlichen für zwei Schulstunden ins Gespräch kommen und hieraus die bestimmen, mit denen Sie die Zusammenarbeit wünschen. Nun, genau das ist das Ziel und unser Angebot an Sie im Projekt “Vom Klassenzimmer zum Berufswahlraum”.

Das Projekt „Vom Klassenzimmer zum Berufswahlraum“ wird in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg und der Handwerkskammer zu Köln durchgeführt. Die Kammern informieren interessierte Unternehmen der Region über das Projekt und unterstützen die Gewinnung von Berufsexperten für die von den SchülerInnen gewählten, geprüften und verifizierten Berufe. Innerhalb von 12 Wochen mit zwei Vorbereitungs-, drei Workshop- und zwei Nachfassterminen fördern und fordern wir die SchülerInnen in ihrem Berufswahlprozess. So lernen sie eigenverantwortlich, selbständig, systematisch und kontinuierlich an ihrer Berufswahl zu arbeiten. Dazu stellen wir ihnen alle notwendigen Werkzeuge, wie z.B. den Berufswahlfahrplan oder das Berufswahlrad zur Verfügung und geben ihnen mit einer umfangreichen Arbeitsmappe die Möglichkeit, in und nach den Workshops ein authentisches und umfassendes Selbstprofil zu erstellen und eine realistische Berufs(aus)wahl zu treffen.

So vorbereitet und mit Hilfe der Schulen in Berufsräume aufgeteilt, laden wir nun die dazu passenden BerufsexpertInnen zu einem zweistündigen Dialog ein. Hierin berichten die ExpertInnen anfänglich über ihren Berufsalltag und schaffen damit einen Abgleich zwischen Berufswahltheorie und Berufspraxis. Anschließend können sich die SchülerInnen im Gespräch von ihrer besten Seite präsentieren und die ExpertInnen so potentielle Kandidaten für eine weitere Zusammenarbeit identifizieren.

Das Projekt wird ganzjährig an vielen unterschiedlichen Schulen durchgeführt werden. Für die interessierten oder bereits beteiligten Unternehmen besteht kein dauerhafter Teilnahmezwang oder eine Verpflichtung zur Übernahme von SchülerInnen aus den Schulen. Die Begegnung ist (für beide Seiten) unverbindlich. Dennoch bewirkt sie, dass auf der SchülerInnenseite die Scheu vor weiteren Kontakten und Gesprächen abgebaut wird und dass die regionalen Unternehmen jederzeit und wann immer ihr Bedarf besteht, unkompliziert und direkt auf interessante KandidatInnen treffen können.

Dieses Projekt kann auf jeden Fall als nachahmenswert bezeichnet werden, denn viele Jugendliche werden aus Mangel an Möglichkeiten nach dem Haupt- oder Realschulabschluss in diversen berufsschulichen Maßnhamen "geparkt", obwohl sie lieber eine Ausbildung machen würden.

Ihr

 

Gernot Herz

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Steffen, 19.05.2009 20:16:
Kommt goldrichtig! Lasst auch Berlin nicht aus! Wir haben es bitter nötig. Verschwendetes "Humankapital"!!!!!!