Vom Wandel einer Schule
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Campus Rütli – CR² erfreut sich großer medialer Aufmerksamkeit. Das Projekt gilt als modellhaft, ist zwar (noch) ein Einzelprojekt, aber auch Teil der Bildungslandschaft Reuterquartier, vielleicht ein Leuchtturm, aber keine Singularität, sondern breit abgestützt im Quartier, in manchen Bereichen neue Entwicklungen antizipierend. Die Akteure haben das sichere Vertrauen, dass im Kraftfeld der vielfachen Vernetzung und des ganzheitlichen Bildungs- und Sozialisationsansatzes ein Lebensraum entstehen wird, in dem Integration durch Bildung gelingt und vorhandene Potenziale erschlossen werden. In dieser Wechselwirkung liegt die Basis für ein selbstbestimmtes Leben eines jeden Einzelnen der nachwachsenden Generation, dem auf diese Weise individueller sozialer Aufstieg ebenso ermöglicht wird wie aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Behauptete Lernresistenz chancendefizitärer Schüler/innen ist durch bewiesene Motivierbarkeit widerlegt. Nach nur zwei Jahren zeigen sich die Erfolge der praktizierten Anerkennungs-, Wertschätzungs- und Willkommenskultur. Es gilt, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen: Mehrsprachigkeit als Chance zu begreifen, musische Bildung intensiv zu pflegen und nicht zuletzt dadurch vorhandene Potenziale zu entdecken, zu fördern und zu entwickeln. Der Beweis ist erbracht: Es geht! - Umso dringender wird die zügige bauliche Vollendung des Modellprojekts Campus Rütli – CR² erwartet.
Campus Rütli – CR² hat bereits jetzt seinen Anteil, die Wahrnehmung Neuköllns positiv zu verändern: Fachbesucher von Hochschulen, der Politik, aus Bildungsverwaltungen und Planungsabteilungen in Ballungsräumen des Inlands und europäischer Nachbarländer lassen sich vor Ort über das Konzept und die Fortschritte seiner Realisierung informieren.
Der Problembezirk Neukölln bietet im Modell Campus Rütli – CR² den Ansatz einer Erfolg versprechenden Lösung - der Modellbezirk Neukölln wird zunehmend als attraktiver Ort moderner Heterogenität wahrgenommen.
Dieser Text stammt von der Homepage www.campusrütli.de/konzept, vor Jahren noch bekannt als die „Horrorschule“, als Symptom für das Scheitern von Integration durch Bildung, als die typische Brennpunktschule. Das Lehrerkollegium wandte sich 2006 in einem Brandbrief an den Berliner Bildungssenator und verlangte die Schließung der Schule. Heute ist sie eine Pilgerstätte geworden, wenn es darum geht, zu zeigen, wie mit vereinten Kräften und dem Willen etwas zu verändern, Erfolge erzielt werden können.
Ihr
Gernot Herz
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