Warum kein Studium generale für das Lehramt?
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
was an Haupt- und Realschulen unter dem Begriff „Klassenlehrerprinzip“ firmiert, wird sicher zu Recht praktiziert: Die Bindung an den Klassenlehrer wird erreicht und der bessere Überblick über die Entwicklung der einzelnen Schüler bzw. eine eingehendere Beratung der Eltern und Schüler kann so eher gewährleistet werden. Hinzu kommt aber noch ein Nebeneffekt, der bewirkt, dass Mangelfächer besser abgedeckt werden können. Normalerweise sind die Lehrpersonen im Bereich der Sekundarstufe I durch ihr Studium mit der Lehrerbefähigung bzw. –erlaubnis für zwei oder drei Fächer ausgestattet, unterrichten aber nach dem oben genannten Prinzip wesentlich mehr Fächer in der eigenen Klasse. Eine Kollegin äußerte dahingehend einmal empörend, dass sie sich als studierte Englischlehrerin abgewertet vorkäme, wenn unausgebildete Kollegen ihr Fach unterrichteten.
Doch aus der Not geboren bleibt vielen Schulleitern keine Wahl, als fachfremden Unterricht flächendeckend zu betreiben. Letztlich sollte man darüber nachdenken, ob nicht wieder der gute, alte „Zehnkämpfer“ eine Renaissance feiern sollte, was bedeutet, dass alle Fächer Bestandteil des Studiums sein sollten, sodass Mangelfächer zur Vergangenheit angehören würden. In den Grundschulen klappt das ja schließlich auch. Die alten „Zehnkämpfer“, von denen die letzten so langsam in Pension gehen, haben schließlich auch guten Unterricht gemacht.
Außerdem, warum sollte man sich in der heutigen Zeit bei der Wahl der Fächer für das Lehramtsstudium so viele Gedanken machen, welches Fach man auswählt, wenn man im Schuldienst sowieso alles unterrichten kann/darf/muss?
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
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