Was sind Bildungsausgaben?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie das Presse-und Informationsamt der Bundesregierung nach dem Bildungsgipfel vergangene Woche mitteilte, wollen Bund, Länder, Kommunen und Wirtschaft bis 2015 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung und Forschung aufwenden. Davon entfallen drei Prozent auf Forschung und sieben auf Bildung.

Bund und Länder haben den Finanzbedarf bis 2015 ermittelt. Ministerpräsident Kurt Beck bezifferte den zu erreichenden Gesamtbetrag für das Jahr 2015 auf 282 Milliarden Euro. Derzeit fließen etwa 225 Milliarden Euro in Bildung und Forschung.

Die absehbare Finanzierungslücke beträgt rund 13 Milliarden Euro. Bisher beteiligt sich der Bund in einer Höhe von zehn Prozent an den Bildungsausgaben. Um die Bildungsziele zu erreichen ist der Bund bereit die Mehrausgaben um ein vierfaches zu erhöhen. Damit übernimmt er von jetzt an mit 5,2 Milliarden Euro 40 Prozent.

In welcher Form diese Gelder investiert werden, steht noch nicht fest. Denkbar sind konkrete Projekte, aber auch ein höherer Anteil der Länder an den Umsatzsteuereinnahmen.

Im Koalitionsvertrag sieht der Bund bereits bis 2013 insgesamt 12 Mrd. Euro zusätzlich für Bildung und Forschung vor. Damit macht die Bundesregierung deutlich, dass Bildung ein Schwerpunkt der neuen Legislaturperiode ist.

Interessant ist dabei wieder einmal, dass nicht genau klar ist, wie und wo das Geld investiert wird. Hinzu kommt noch, dass Bildungsausgaben je nach Bundesland unterschiedlich definiert werden: Gehören Pensionskosten und nicht erhobene Kindergarten Beiträge auch dazu? Sind Sanierungen oder Renovierungen an Schul- Universitäts- oder Kindertagesstättengebäuden wirklich Bildungsausgaben, weil sie die Qualität von Bildung zu erhöhen helfen? Ist der Verzicht auf Studiengebühren ein Faktor, der in die Ausgaben mit einfließt? Vielleicht sollte zunächst einmal ein gemeinsamer Nenner definiert werden, wo die angestrebten 10 Prozent wirklich investiert werden müssen, um als wirklicher Anteil der Bildung am BIP deklariert zu werden. Und, nur weil man 10 Prozent Bildungsausgaben am BIP erreicht, löst man nicht die Probleme, die im deutschen Bildungssystem allerorten festgestellt werden.

Ihr

Gernot Herz

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Berndt, 22.12.2009 11:17:
Hallo Herr Herz, einige Zeilen zur Bildung insgesamt. Es erstaunt mich immer wieder, wie das Rad neu erfunden wird, nur Keiner glaubt es. Die an der Tafel stehenden Kollegen mühen sich sicher sehr um den Kindern, das Beste mitzugeben. Ob das in den Verwaltungsetagen auch so läuft ? - Bildungskosten: Muß jedes Bundesland von München bis Bremen, eigene Ministerien vorhalten? Oder verändert sich das Lernverhalten der Deutschen über 1000km derart, das dringend geänderte Methoden, Lernziele usw. erdacht werden müssen? Damit ergeben sich Rückschlüsse auf Kosten für Lehrbücher. Sicher würde das Einsparvolumen bei Lehrbüchern Arbeitsplätze bei den Verlagen und Druckereien kosten?! Nur muß man über Bildungskosten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen finanzieren? (gleiches Problem siehe Krankenkassen) - Manches Projekt, welches den Schulen aufgedrückt wird, sollte unter dem Kosten/Nutzen/Bildungsinhalt Aspekt betrachtet werden. 5 Schultage für ein Anti-Gewalt-Projekt, ist doch etwas fraglich? Hier in unserer Kleinstadt (Soltau/NS) ist nicht der Zustand wie Bln./Kreuzberg o.ä. Besonders nachdenklich werde ich dann, wenn in der 6.Klasse nur 2 Sportstunden geplant sind, bei unseren "gutgenährten Kindern". Entgegengesetzt stehen dann die Weisheiten der politischen "Versprecher" zur Gesundheit der Kinder. - Sehr gut fand ich eine Idee, bei der Schüler der 9.Klassen als Paten/Betreuer in den unteren Klassen eingesetzt wurden. Solche Aufgabe hatte ich 1963 (meine 9.Klassenzeit) übernommen an der POS in Lichtentanne/Sachsen übernommen. OK, im Osten..... - Als Ingenieur und verantwortlicher Betreuer der Lehrlinge einer Metallbaufirma ist es frustrierend das Wissen von Realschülern zu reproduzieren. Einfache Winkelfunktionen, nicht anwendbar (Rechnung für Lochkreise) usw. Dabei sind das Schüler guten bis befriedigenden Noten. Was bringen dann die unter Drei? - Nun gut. Einiges geschrieben, aber sagen wir mal so. Es hat länger gedauert , wie den Sack Reis umkippen, der Effekt ist aber ? Trotzdem Herr Herz lese ich Ihre Artikel recht gerne. Was wäre wenn sich Keiner mehr Gedanken macht und die sollen ja sogar frei sein (wenn man sie nicht zu laut äußert). In dem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Kollegium ein Frohes Fest Berndt Müller