Wie sehen die Deutschen die Schulplotik in Deutschland?
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Die Deutschen sind mit den Leistungen der Schulpolitik ihrer Landesregierungen nur bedingt zufrieden. Dies ist ein Ergebnis der Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland, befragt wurden 2.262 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger in den 16 Bundesländern… Die Umfrage wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ“, den die Vodafone Stiftung gemeinsam mit dem Deutschen Philologenverband ausrichtet, bereits zum zweiten Mal durchgeführt. Keine großen Erwartungen setzen die Bürger in die geplante oder bereits beschlossene Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen in einigen Bundesländern. Nur 32 Prozent der Befragten glauben, dass dadurch Hauptschüler bessere Bildungschancen erhalten, allerdings glauben auch nur ebenso wenige daran, dass sich die Schulbildung der bisherigen Realschüler dadurch verschlechtern werde. Knapp die Hälfte der Befragten meint, dass sich durch die Zusammenlegung nicht viel ändern wird… Bei der Frage nach dem vorrangigen Verbesserungsbedarf an Schulen setzen die Befragten wie bereits bei der letztjährigen Erhebung vor allem auf konkrete Verbesserungen der pädagogischen Rahmenbedingungen und weniger auf mehr Tests und umfassende Struktur-Reformen. So ist für 59 Prozent die Verkleinerung der Klassen das vordringlich zu lösende Problem, bei den befragten Eltern schulpflichtiger Kinder sind es sogar 69 Prozent. Gleich an zweiter Stelle der Mängelliste steht der hohe Unterrichtsausfall: 54 Prozent sehen hier einen besonderen Handlungsbedarf. In den Augen von Eltern hat dieses Problem im Vergleich zur Vorjahresbefragung deutlich an Brisanz gewonnen. Der Prozentsatz der Eltern, die im Unterrichtsausfall eine dringlich zu lösende Aufgabe sehen, ist innerhalb eines Jahres von 57 auf 64 Prozent gestiegen.
Übertragen auf die Realität bedeutet das, dass die Richtung in der Schulpolitik, nämlich der Zug der eine Zweigliedrigkeit ansteuert, eher kritisch gesehen wird, weil die Erwartungen hinsichtlich verbesserter Bildungschancen für Hauptschüler wohl nicht erfüllt werden. Aber mehr als Skepsis ist nicht unbedingt festzustellen und eine eindeutige Ablehnung der Abschaffung der Hauptschulen kann auch nicht ohne weiteres konstatiert werden. Wo der wunde Punkt liegt, da sind sich die Befragten einig: kleinere Klassen und weniger Unterrichtsausfall werden gefordert. Gut, der Unterrichtsausfall hat nicht unbedingt immer etwas mit schlechter Lehrerversorgung zu tun: Krankheiten, Fort- und Weiterbildungen, Klassenfahrten usw. spielen da auch eine Rolle. Aber kleinere Klassen, die sich mit Sicherheit alle Kolleginnen und Kollegen wünschen, wären in jeder Hinsicht eine Hilfe. Jedoch sind diesem Ziel zwei große Hürden im Weg: die Kosten und vor allem das geringe Angebot verfügbarer Lehrerinnen und Lehrer.
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
Kommentieren Sie jetzt diesen Artikel