Wie steht es um die Lehrergesundheit?
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
seit einigen Jahren wird die psychosoziale Belastung der Lehrer immer größer. Zu große Klassen, Konflikte mit Vorgesetzten und lange Arbeitszeiten sind an der Tagesordnung. Auch der Umgang mit schwierigen Schülern und fachfremde Vertretungsstunden aufgrund des Lehrermangels oder des Ausfalls von Kollegen fordern die Flexibilität der Lehrer. Neu hinzu gekommen ist vor allem in den letzten Jahren die Angst vor Mobbing oder Bullying, bei dem die Schüler die Konflikte mit ihren Lehrern mit dem Handy filmen und anschließend ins Internet stellen. Zusätzlich sehen sich die Pädagogen einer zunehmenden Gewalt in den Schulen ausgesetzt, die Angst verbreitet und lähmen kann. Diese andauernde psychosoziale Belastung der Lehrer hat große Auswirkungen auf ihre Gesundheit und kann zu Stress und Erschöpfungszuständen führen. Nicht zuletzt deshalb wird die Berufsgruppe der Lehrerinnen und Lehrer im Laufe der Zeit und mit Blick auf die aktuellen Entwicklungszahlen zu einer Risikogruppe für psychische und psychosomatische Krankheiten. Dies schlägt sich langfristig in den Patientenzahlen der psychosomatischen Kliniken nieder.
Das schrieb Ende September 2010 Kathrin Schmitt, Presse- und PR-Referentin der Heiligenfeld Kliniken in www.teachersnews.net. Demnach sind 40 Prozent der Patienten dieses Unternehmens Lehrerinnen und Lehrer. Dass die Belastung in den vergangenen Jahren zugenommen hat, ist wohl allen bewusst. Dass gerade in der Lehrerschaft das Burnout – Syndrom ein nicht seltenes Phänomen ist, haben genug von uns im eigenen Kollegium oder sogar am eigenen Leib erfahren. Was tun eigentlich die Dienstherren aller Länder für die Gesundheit ihrer Pädagogen? Erzieherinnen und Erzieher streiten seit Jahren und teilweise auch erfolgreich für verbriefte Maßnahmen des Gesundheitsschutzes und gehen auch dafür auf die Straße. Vielleicht liegt es einfach daran, dass die meisten Lehrer verbeamtet, also in Arbeitskämpfen eher unerfahren sind und dass dieser Beruf durch den klassischen Einzelkämpfer gekennzeichnet ist, der nach außen keine Schwäche zugibt, dafür aber umso plötzlicher zusammenbricht. Die nach wie vor hohe Zahl der Frühpensionierten spricht da ebenfalls eine deutliche Sprache. Sollen wir tatsächlich bis Anfang, Mitte oder Ende 60 unseren Dienst versehen, müssen die zuständigen Ministerien entsprechende Maßnahmen ergreifen, damit das ein physisch und psychisch erreichbares Ziel wird!
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
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