Stichwörter: Gewalt, Hauptschule, Prävention.

Wieder ein Hilferuf aus einer Schule

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Ruetli-Schule in Berlin war vor Jahren in aller Munde, wenn es um die klassische Problem-(Haupt)Schule ging. Scheinbar haben die Verantwortlichen die Kurve gekriegt. Neues Ungemach gibt es aus Niedersachsen aus Garbsen zu vermelden, einer Stadt, die leider traurige Berühmtheit erlangte, weil hier im Juni diesen Jahres ein erneuter Hilferuf an Polizei und Politik abgeschickt wurde: Schülergewalt droht den Kolleginnen und Kollegen über den Kopf zu wachsen bzw. ist es schon.

Der Schulleiter der Nikolaus-Kopernikus-Hauptschule wandte sich vor einigen Woche in einem Brandbrief an die Schulbehörde, die Stadt und die Polizei. Die Schule liegt in einem sogenannten Brennpunkt, 95 verschiedene Nationen leben hier, die Arbeitslosenquote ist hoch. Der Rektor fordert mehr Polizeipräsenz und Videoüberwachung an der Schule und schildert dramatische Zustände. In den vergangenen Monaten gab es gleich mehrere gravierende Gewaltdelikte wie Beschädigungen mehrerer Lehrerautos, eine sich anbahnende Massenschlägerei auf dem Schulgelände und einen mittlerweile suspendierten der eine Lehrerin mit einem Stuhl beworfen hat. Er hat sie nicht getroffen.

Dass sich Angst dort breit macht, ist zu verstehen und Gegenmaßnahmen sind unumgänglich. Nach einem Besuch vor Ort kündigt Kultusminister Bernd Althusmann Präventionsmaßnahmen unter anderem in Form von Rugby- oder Boxkursen an der Schule an und stellt in Aussicht, in das junge überwiegend weibliche Kollegium mehr männliche Lehrer einsetzen zu wollen. Dann liest man, dass ein türkischstämmiger Rektor mit Taekwondo-Kenntnissen eingesetzt werde. Was soll der genau machen?

Hilflosigkeit macht sich angesichts solcher Zustände breit und die gesellschaftliche Entwicklung macht da wenig Hoffnung, wenn man die immer klammer werdenden öffentlichen Kassen berücksichtigt. Weitere Szenarien möchte man sich gar nicht ausmalen.

 

Ihr

 

 

Gernot Herz

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Karl Fritz, 22.07.2011 09:36:
So lange die Lehrer nur Pflichten und kaum Rechte haben,den Schülern gegenüber, wird man dieses Problem kaum lösen können. Der Kinder und Jugendschutz ist meiner Ansicht nach übertrieben. Dies gilt weniger für Kinder. Aber für Jugendliche ab einem gewissen Alter um so mehr.
Silke, 25.07.2011 01:12:
Diese Hauptschule ist übrigens Sammelpunkt von Kindern aus Familien mit jahrelang andauernden Abschiebungsverfahren.
Amanda, 28.07.2011 13:52:
Ich kann Karl Fritz nur zustimmen, nachdem ich selbst in diesem Jahr von einem Schüler angegriffen wurde und seit nunmehr sieben Monaten arbeitsunfähig bin, frage ich mich was man noch alles über sich ergehen lassen muss ohne Konsequenzen für die Täter/Schüler. Mitlerweile habe ich die Information, dass der Schüler durch meine Strafanzeige vom Staatsanwalt vors Jugendgericht gestellt wird. Aber leider gibt es immer noch Schulleiter die einfach tatenlos zusehen ohne tätig zu werden und somit nicht die Betroffenen/ Lehrer bekräftigen sondern einzig allein die Schuldigen/ Schüler. Wo soll das alles bloß noch hinführen?