Wieder eine Mahnung der OECD: Deutschlands Bildung hinkt
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Zu den aktuellen Ergebnissen der OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" sagt Professor Dr. mult. Wassilios E. Fthenakis, Präsident des Didacta Verbandes der Bildungswirtschaft:
"Die OECD rechnet einmal mehr vor, dass die öffentlichen und privaten Ausgaben für Bildung in Deutschland im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich ausfallen. Während sie in Deutschland 2006 bei 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) lagen, gaben die Spitzenreiter, wie beispielsweise die USA oder Korea, mehr als sieben Prozent des BIP für Bildung aus. Dieses Ziel haben sowohl die Teilnehmer des Bildungsgipfels 2008 als auch die Unionsparteien und die SPD in ihren Wahlprogrammen erst für 2015 angepeilt.
Soviel Zeit bleibt uns aber nicht, wenn Deutschland international wieder den Anschluss schaffen und dringend nötige Reformen umsetzen will. Ich denke dabei unter anderem an den Fachkräftemangel, der allein durch den Ausbau der Kinderbetreuung oder die flächendeckende Einführung der Ganztagsschulen entstehen wird, sowie an die dringend benötigte Verbesserung der Ausbildungsqualität der Fachkräfte, vor allem des Elementar- und Primarbereichs. Nicht zu vergessen sind die mangelnde Bildungsqualität und die Ausstattung unserer Bildungsorte, die umgehend verbessert werden müssen.
Wir können es uns nicht leisten, länger zur warten. Denn auch das schreibt uns die OECD ins Hausaufgabenheft: ´Wenn Deutschland gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorgehen will, dann ist jetzt der Zeitpunkt, in Bildung und höhere Qualifikation zu investieren.´ Und ich ergänze: Insbesondere der Elementar- und der Primarbereich, die laut OECD immer noch unterfinanziert sind, müssen gestärkt werden. Denn: Wer am Anfang ausgebremst wird, läuft sein Leben lang hinterher."
Herr Fthenakis hat vollkommen Recht! Leider ist das Missverhältnis seit Jahren zu beobachten. Währenddessen werden Milliarden in die Behandlung von Krisensymptomen investiert, wie die künstliche Lebenserhaltung von, sicher wichtigen, Industriebetrieben. Die Investitionsneigung des Bundes im Hinblick auf den Bildungsbereich konzentriert sich zugegebenermaßen lediglich auf weniger erhebliche Rahmenbedingungen. Das ist allerdings auch nicht anders zu erwarten, solange angesichts des Föderalismusprinzips jedes Bundesland sein eigenes bildungspolitisches Süppchen kocht. Hinzu kommt noch, dass die Gemeinden als Schulträger hinsichtlich der medialen Ausstattung auch unterschiedlichen Möglichkeiten unterliegen und so den wichtigen Schritt hin zum verstärkten Einsatz neuer Medien nur in unterschiedlicher Intensität gehen können.
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
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