Wieviel DDR brauchen Schülerinnen und Schüler?
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
künftig soll kein junger Mensch die Schule mehr verlassen, ohne sich im Unterricht mit der DDR auseinandergesetzt zu haben: Darauf zielt ein Antrag der CDU-Opposition im Landtag von Rheinland - Pfalz. Laut einer Studie der Freien Universität Berlin verbinden viele nach dem Mauerfall 1989 geborene Schüler mit der DDR eher soziale Sicherheit und Vollbeschäftigung als Unrechtsregime, Stasi und Überwachungsstaat. Fast 70 Prozent der Befragten hatten die DDR in der Schule zu wenig oder gar nicht behandelt.
Für Rheinland-Pfalz beklagte Dickes einen Mangel an Zeitzeugen und Unterrichtsmaterialien - Lehrkräfte hätten dies an sie herangetragen. Die CDU will die für das Thema eingeplante Stundenzahl auf sechs verdoppeln. In den Jahrgangsstufen zehn und zwölf müsse es verbindliche Projekte zu Jahrestagen wie dem Volksaufstand am 17. Juni 1953 und dem Mauerfall am 9. November 1989 geben. Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) kündigte die Bildung einer fachdidaktischen Kommission an.
Kennen Sie diese Diskussion auch aus Ihrem Bundesland? Sicher, in einem vereinten Deutschland gehört die Geschichte beider Teile Deutschlands seit 1945 zu einem unbedingten Muss im Politik- oder Geschichtsunterricht. Der Vorwurf, der Lehrplan sei zu westlastig, kann nicht einfach von der Hand gewiesen werden. Dass aber eine eingehende Beschäftigung mit einem Thema wie der Geschichte der DDR im Sinne eines modernen Geschichtsunterrichts kontrovers ablaufen muss, ist unabdingbar. Das bedeutet natürlich auch, dass man positive Aspekte des Systems nicht unter den Tisch fallen lassen darf. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich ein eigenes Urteil bilden können.
Ihr
Gernot Herz
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