Wieviel Glaube gehört in den Unterricht?
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wie die Katholischen Nachrichten am 27.1. diesen Jahres berichteten, hat der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, die Lehrer an den staatlichen Grund-, Haupt- und Förderschulen ermutigt, im Unterricht Position für den christlichen Glauben zu beziehen und ihren Glauben vor den Schülern zu bekennen.
Interessant, welche Adressaten diese Rede offenbar hatte. Sollen Lehrerinnen und Lehrer an den Gymnasien nicht ein solches Bekenntnis äußern? Wo hat ein solches Bekenntnis im Unterricht überhaupt Platz? Wenn ein Religionslehrer bzw. eine Religionslehrerin in ihrem Unterricht ein solches Bekenntnis abgibt, ist sicher aufgrund der damit verbundenen kirchlichen Lehrerlaubnis nichts dagegen einzuwenden. Aber im regulären Unterricht? Sollen dann auch Positionen der Kirche zu Themen wie Abtreibung oder Verhütung vertreten werden?
Schwierig wird es dann, die Position des Papstes Benedikt zur Rehabilitierung des erzkonservativen Bischofs und Holocaust-Leugners Richard Williamson zu vertreten, denn wenn ich den Glauben im Sinnen des oben zitierten Bischofs vertrete, erwartet Marx sicher auch ein Eintreten für die Unfehlbarkeit des Führers der Katholiken.
Ein Minenfeld, das der Bischof zu betreten verlangt. Deshalb nimmt er eventuell die Gymnasien aus seinem Appell heraus.
Ihr
Gernot Herz
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