Einblicke in ökonomische Zusammenhänge durch spielerisches Lernen

Das kostenlose Simulationsspiel SimEconomy wurde von der Studenteninitiative SIFE Münster entwickelt und mehrfach an Schulen erfolgreich getestet. Die Schüler schlüpfen in verschieden Rollen und simulieren Produktion und Verkauf von Handys. Begriffe wie Globalisierung, Outsourcing, Konjunktur und viele mehr werden im praktischen Handeln erlebt. Das Spiel kann somit als Ausgangspunkt einer Unterrichtsreihe zum Thema Wirtschaft dabei helfen, oftmals abstrakten Begriffen ein greifbares Gesicht zu verleihen, und so zum Verständnis beitragen. Alternativ kann es zum Abschluss einer solchen Reihe zur Festigung der erlernten Inhalte eingesetzt werden.

Die Bedeutung der Wirtschaft steigt, aber dennoch kommt dem Wirtschaftsunterricht in Schulen nur eine untergeordnete Bedeutung zu. Wirtschaftliche Zusammenhänge füllen nicht nur unseren Alltag aus, sondern sind auch fester Bestandteil fast aller Berufsausbildungen. Auch deshalb ist es beunruhigend, dass viele Jugendliche sich während der Schulzeit kaum oder gar nicht mit der Wirtschaft beschäftigen.
Das Planspiel SimEconomy soll Abhilfe schaffen. Durch spielerisches Lernen erlangen Schüler erste Einblicke in ökonomische Zusammenhänge. Diese Form des Unterrichts fördert nicht nur die Motivation, sondern ermöglicht auch ein schnelles und effektives Lernen.
Während des Planspiels schlüpfen die Schüler in verschiedene Rollen. Wirtschaftliches Denken und Handeln sind Voraussetzung für Erfolg im Spiel. Die Schüler werden mit alltäglichen Problemen, die Produktion, Verhandlungen und Wettbewerb betreffen, konfrontiert und müssen individuell Lösungen für auftretende Probleme finden.
So reagieren verschiedene Akteure ebenso wie in der realen Welt auf unterschiedliche Art und Weise auf neu auftretende Situationen.
Die Arbeiter unterstehen den Fabrikbesitzern und müssen in deren Auftrag Handys produzieren. Hierbei werden auf Papier vorgedruckte Handys ausgeschnitten, angemalt und mit einem Logo versehen. Mit ihrem Gehalt müssen die Arbeiter zunächst ihre Lebenshaltungskosten decken und haben anschließend die Möglichkeit, zusätzlich Luxusgüter zu erwerben.
Die Fabrikbesitzer müssen Arbeiter so einsetzen und anleiten, dass die benötigte Menge von Handys produziert wird. Durch Verhandlungen mit Zwischenhändlern erhalten sie Informationen, die dazu verwendet werden, Mengen und Preise zu kalkulieren. Ihre Aufgabe besteht zudem darin sicherzustellen, dass anfallende Kosten wie Arbeitslöhne und Mieten gedeckt werden können. Auch die Qualitätskontrolle liegt im Aufgabengebiet der Fabrikbesitzer.

Die Zwischenhändler kaufen Handys bei den Fabrikanten ein, importieren sie nach Deutschland und verkaufen sie anschließend an die Handelsketten. Ihre wesentliche Aufgabe ist es, Verhandlungen zu führen, in welchen sie Informationen über Mengen und Preise sammeln, die wiederum zu Kalkulationszwecken verwendet werden. Auch die Zwischenhändler müssen sicherstellen, dass die anfallenden Kosten für den Einkauf und den Transport gedeckt werden.
Die Handelsketten kaufen die Menge an Handys, die sie glauben, an die Endkunden absetzen zu können, von den Zwischenhändlern ein. Sie reagieren als erste auf Marktveränderungen wie zum Beispiel Konjunkturschwankungen. Auch sie müssen Preise verlangen, die ihre Ausgaben decken, und versuchen, sich durch hohe Qualität, niedrige Preise oder auch Marketingmaßnahmen beim Endkunden gegenüber den Mitbewerbern auszuzeichnen.
Der Lehrer hat die Rolle des Endkunden. Dadurch kann er wesentlichen Einfluss auf Absatzmengen nehmen und so das Spiel in seinem Sinne beeinflussen.
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